Verfasst von: LaScotia | Januar 23, 2019

Camgirl Camilla

Um als Bloggerin unter Millionen anderer Blogger erfolgreich zu sein, so las ich vor einiger Zeit, reiche es eben nicht aus, nur Texte zu verfassen (ja, was bitte sehr soll „bloggen“ denn sonst sein?!), sondern in der immer schnnelllebiger werdenden Zeit des 21. Jahrhunderts müsse man mit besonderer Kreativität und Ausdrucksstärke die Leserschaft an sich zu binden wissen. Denn sonst wandere sie, die Leserschaft, ungebunden wie sie nun mal ist, ganz schnell wieder ab.

Aha.

Ja, das kann ich wohl bestätigen.

Lieb gewonnene Leserinnen und Leser, mit denen es über unterschiedlich lange Zeiträume auch außerhalb der WordPress-Welt tolle und regelmäßige Kontakte gab, sind plötzlich – teilweise über Nacht – verschwunden. Andere sind dafür hinzugekommen. Das Leben ist eben ein recht dynamischer Prozess, der dauernden Änderungen unterworfen ist.

Wer hier schon länger mitliest, erinnert sich vielleicht noch an einen meiner kurzen Versuche, die liebe Leserschaft durch einen (missglückten) YouPorn-Auftritt längerfristig an mich binden zu wollen.

Also gut, besondere Kreativität und Ausdrucksstärke sind also gefordert, und ich lasse mir ja nur äußerst ungern nachsagen, ich würde einen guten Rat einfach so ausschlagen, ohne ihn nicht wenigstens mal befolgt und überprüft zu haben.

Eure tapsige Camilla Florence McSomething hat also temporär das Genre gewechselt und sich als Camgirl probiert.

Und das kam so:

Zoë und Gillian sind den Tag über unten im Dorf bei Jessi und spielen mit Jack und Sue. Peter hat sich heute einen Bürotag verordnet und igelt sich im Arbeitszimmer ein.

Camgirl Cami weiß noch nichts von ihrer neuen Karriere, kümmert sich wie so eine alte Hausfrau darum, dass das heimische Nest sauber und gemütlich wird/ist/bleibt und nebenbei um den jüngsten Spross der Familie, der mit seinen gerade einmal 16 Monaten überall dorthin rennen will, wo er eigentlich noch nichts zu suchen hat. Ein Umstand, der das Camgirl-to-be nicht besonders effizient arbeiten lässt und ihr auch so manch graues Haar bescheren wird…

Ich halte es irgendwann für eine gute Idee, das große Bad im Haus mal anständig sauber zu machen. Das bedeutet, ich nehme dabei auch immer selbst eine Dusche, denn die großen Glaswände von innen mit der Handbrause abzuspülen gelingt nie, ohne nicht selbst komplett nass zu werden.

Natürlich könnte ich das auch in der Zeit tun, wo Johnny seinen Mittagsschlaf hält, aber erstens denke ich da nicht dran und zweitens gäbe es ja dann keine Geschichte zu erzählen…

Im Nachhinein muss ich mich natürlich selbst fragen, wieso ich mich ausziehe, bevor ich mit der Putzerei anfange, aber kann ich denn alles ahnen?

„Johnny mein Schatz, was hältst du davon, wenn du Daddy mal ein bißchen ärgern gehst?“ frage ich den Juniorgeologen und gehe mit ihm zum Arbeitszimmer. Achte auf dem Weg noch darauf, dass das Schutzgitter zur Treppe nach oben zugeschnappt ist (erzählte ich schon, dass der kleine Knirps letzte Woche fast bis ganz oben gekrabbelt war, weil das Gitter nicht zu war? Ich weiß seitdem, was ein Herzinfarkt ist! Nicht schön, sag ich euch. Nicht schön…)

Leise mache ich die Tür zum Arbeitszimmer auf, schiebe John hindurch, der sofort fröhlich auf seinen Dad zuläuft. Ich wackele fröhlich (und splitterfasernackt) hinterher, weil ich mir noch mal so einen heiß machenden Kuss abholen will. Es masturbiert sich viel leichter, wenn er mich vorher schon wuschig gemacht hat…

Eine leise Stimme aus dem Lautsprecher des Computers verstummt, als ich auf den Strubbeligen zugehe.

Hatte ich erwähnt, dass wir das Arbeitszimmer umgestaltet haben? Der Schreibtisch (wir brauchen nur noch einen) steht jetzt etwas schräg mit dem Rücken zur Tür, so dass wir beim arbeiten einen Blick nach draußen über den Sund rüber zur großen Insel haben. Im Umkehrschluß bedeutet das, die Webcam oben auf dem Rand des Monitors blickt genau in Richtung Tür Camgirl Camilla, wie sie mit schaukelnder Milchbar und einem süßen Fünfter-Monat-Bauch immer näher kommt…

Was hier gerade passiert, begreife ich natürlich mal wieder viel zu spät erst, als ich einen freien Blick auf den Monitor habe.

Peter hat offenbar gerade so eine Art Videokonferenz mit mehreren Kollegen in aller Welt. Seit wir hier eine gut funktionierende und stabile Breitbandverbindung haben, macht er sowas häufiger, das klappt sehr gut und klar und alles in Full HD…

Aus fünf kleineren Fenstern starren mir fünf Wissenschaftler auf die Titten entgegen, und im Kontrollfenster, das das ausgehende Signal zeigt, ist dann deutlich zu sehen, was die anderen gerade im Großformat auf ihren jeweiligen Monitoren angezeigt bekommen.

„G’d morning gentlemen“ flöte ich mit meinem süßesten Lächeln in die kleine Kamera. Wie kann ein so verdammt kleines Scheißding so gestochen scharfe Bilder in die weite Welt hinaus schicken?

Aus den Lautsprechern klingt etwas verzerrt und nicht wirklich synchron zu ihren Lippenbewegungen die entsprechende Begrüßung der Geologen auf drei verschiedenen Kontinenten.

Ich beuge mich zum Strubbeligen herunter und wenn einer von diesen Spannern auf dicke Hängetitten steht, dann kriegt der gerade einen richtig fetten Steifen. Bei diesem Gedanken muss ich prustend anfangen zu lachen und ich kann Peter noch so gerade eben einen Kuss auf den Mund drücken und ihn bitten, für die nächste Stunde mal seinen Sohn an der wichtigen Videopeepshow teilnehmen zu lassen…

„Have a nice day guys.“ rufe ich den Glotzaugen in fernen Ländern noch zu, drehe mich um stolziere so gerade und würdevoll wie möglich wieder zur Tür hinaus.

 

 

Verfasst von: LaScotia | Januar 21, 2019

Brett vorm Kopf

Ich gebe es zu: ich habe offenbar ein Brett vorm Kopp!

Ich sehe wohl etwas, aber ich erkenne nichts.

Auch im vierten Anlauf kann ich in dem, was Janet mir da begeistert zeigen will, nur sehr vage Andeutungen von dem erkennen, was einmal mein viertes Kind werden soll.

„Nein! Nicht werden!“, doziert Janet und scrollt mit der Maus kreuz und quer über den Bildschirm, auf dem etwas zu sehen ist, das für mich das Radarbild der Hafenansteuerung von Stornaway bei Dreich Weather sein könnte. „Sondern, was es schon ist, meine Süße. Es ist alles da, wo es hingehört, es ist alles in Ordnung und es braucht jetzt nur noch ein paar Monate in deinem Bauch, um so groß und stark zu werden wie deine anderen drei.“

Kurz und gut: es war Ultraschall angesagt, und ich frage mich erneut, warum sie immer wieder darauf Wert legt.

„Na, du willst doch dein Kind schon mal sehen, oder etwa nicht?“

Ja, das will ich. Wenn es da ist. Also heute in 5 Monaten, wenn Janets Berechnung des Geburtstermins stimmt. „Weißt du, Janet, du sagst mir immer, mein Kind ist gesund und ich bin gesund. Das reicht mir völlig, ich vertraue dir, und das seit mittlerweile drei Kindern, von denen eines frecher und aufsässiger ist als das andere.“

Sie lacht ihr ulkiges, kehliges Lachen, das mich mehr an den Ruf eines verliebten Puffins erinnert als an einen Ausbruch menschlichen Humors.

„Möchtest du, dass ich es dir ausdrucke? Dann kannst du es Peter zeigen zu Hause.“

Nein. Möchte ich nicht.

Peter zeige ich meinen dicken Bauch.

Bis es soweit ist, kann er sich schon mal vorbereiten auf eine neue – die letzte! – Runde schlafloser Nächte. Und er könnte zur Feier des Tages sehr exklusiv Johnnys Windeln wechseln, solange es noch nötig ist.

Zoë ist ja schon lange mit dem Thema durch, und auch Gillian passt vor lauter Stolz kaum noch durch die Tür, weil sie seit mittlerweile drei Monaten unfallfrei ohne Windel auskommt.

Nach allem, was ich so gelesen und gehört habe, brauchen Jungs offenbar etwas länger damit, „stubenrein“ zu werden, aber es ist jedenfalls schon mal eine Riesenerleichterung für uns alle, dass wir im Moment nur noch einen kleinen Windelkacker zu wickeln haben.

Okay, das hätten wir dann also geklärt, Janet und ich. Da wir schon mal hier sind, kann sie sich die anderen drei Racker gleich mal mit anschauen.

John Kendrick McSomething ist jetzt 16 Monate alt und genauso sollte ein kleiner, männlicher Insulaner in dem Alter auch aussehen. Sagt die, der ich blind vertraue, wenn es um die Gesundheit meiner allerliebsten Schlafräuber geht.

Gillian Vanessa McSomething wird in einem Monat drei Jahre alt und muss eine Brille bekommen. Es gibt in der heutigen Zeit sicherlich etwas viel schlimmeres für Kinder als eine Brille. Zu meiner Zeit galt das ja noch als Frevel, ich war in der Grundschule als „Brillenschlange“ verschrien… Naja, klange her. Janet macht diverse andere Tests mit Gillian, aber motorisch ist mit ihr alles in bester Ordnung.

Emily Zoë McSomething, Princess of the Isles No. 1, hat wohl die Augen ihres Vaters geerbt und kann noch ganz gut ohne optische Hilfsmittel ins Leben schauen. Sie reagiert immer etwas vergrätzt auf diese Untersuchungen und empfindet dieses augenscheinlich als sehr überflüssige Zeitverschwendung.

Als Janet sie fragt, was es denn mit diesem hübschen, großen Pflaster (so ein kunterbuntes Kinderpflaster in grellen Farben in der Form von Mickey Mouse) auf sich hat, mault Zoë sie an: „Bin vom Fahrrad geflogen, so eine Kacke!“

Zum Glück poltert mein Prinzesschen in einer Sprache los, die Janet nicht versteht, und ich dolmetsche das dann wie diese Leute im Fernsehen: der in einer Fremdsprache redet, sagt etwas völlig anderes als das, was der Simultandolmetscher dem Publikum übersetzt… Habt Ihr sicher schon mal gesehen, sowas, oder?

„So eine Kacke“ war übrigens am Morgen auch Zoës Kommentar dazu, dass wir heute mit dem Auto zu Janet fahren und nicht mit dem Schiff. Aber es gab noch mehrere andere Sache zu erledigen auf der großen Insel, also habe ich den Range genommen und bin mit der Fähre gefahren. Auf der Murray sich enorm gefreut hat, die drei kleinen Seefahrer mal wieder auf seiner Brücke begrüßen zu dürfen.

Wir haben dann Sauna noch mal einen Besuch abgestattet und die Ansage, dass wir dann wieder los müssen, weil wir ja Murray und seine Fähre nicht verpassen wollen, war dann auch wieder, Ihr könnt es Euch denken, „große….“ undsoweiter…

Das Gute an diesen langen Tagen mit viel Action und Erlebnissen ist ja immer, dass die drei Unbesiegbaren nach dem Abendessen ins wohlige Kleinkinderkoma fallen und die stolzen Eltern einen ganzen, wunderbar langen Abend Zeit und Gelegenheit haben, Dinge zu tun, die Erwachsene eben manchmal tun müssen, ohne dass ihnen die Kinder dabei den Nerv rauben.

Nein, Leute.

Leider nicht das, was Ihr denkt.

Steuererklärung ist angesagt… Es rächt sich eben, so etwas immer wieder auf die lange Bank zu schieben und sich einzureden, „irgendwann kommen wir mal dazu“…

 

Verfasst von: LaScotia | Januar 18, 2019

Winterblues

Keine Sorge, Leute!

Nicht ich habe den Winterblues. Überhaupt niemand hier bei uns hat ihn. Jetzt, wo er sich endlich mal sehr vorsichtig blicken lässt, der Winter, und die Spitzen der Cuillins leicht weiß gepudert hat in den letzten beiden Tagen.

Nein, ich vermute, dass mein piekfeiner Herr Bruder im fernen Oslo gerade von besagter, jahreszeitlich bedingter Depression befallen sein wird.

Ihr erinnert Euch sicher noch an das raffgierige Auftreten des busspurverstopfenden Tesla-Schnösels bei der Testamentsverlesung des einsam dahingegangenen entfernten Verwandten Shlomo?

Wörtlich heißt es in meinem Bericht über diese würdelose Zeremonie: „Er soll sehr breit gegrinst haben, als man ihm die Schlüssel zu einem Bankschließfach überreichte.“

Meine tüchtige Anwältin hat mir jetzt eine Email geschickt.

Der feine Herr hat die Abteilung Attacke seiner rechtsgelehrten Dienstleister beauftragt, Widerspruch oder Klage oder irgendwas Wirksames gegen die Rechtmäßigkeit der (auch von ihm unterschriebenen) Dokumente ins Feld zu führen, mit dem Ziel, es dieser widerlichen, keltischen Hexe – c’est moi! – mal so richtig zu zeigen.

Nun, wie Sie mir mitteilte, ist der größte Teil der anwesenden Juristen dabei wohl in heiteres Gelächter ausgebrochen, zumindest die drei, die sich mit Siv trafen, um das Ansinnen des Irren auf einer professionellen, sachlichen Ebene mit ihr zu besprechen.

Was war geschehen?

Nun, das Schwein im Brioni Anzug sirrte eines trüben Tages mit seinem hippen, amerikanischen E-Mobil über die Busspur durch das winterliche Oslo zum Bankhaus seines neu gewonnenen Vertrauens, fuchtelte dort mit seinem liebsten und vermeintlich wertvollsten Erbstück – eingangs erwähntem Schließfachschlüssel – vor der gelangweilten Visage einer Angestellten herum, welche in ihrem Berufsleben schon alles erlebt hat und sich von so einer fleischgewordenen Karikatur eines seriösen Geschäftsmannes ganz gewiss nicht mehr aus der Ruhe bringen ließ.

Es ist überliefert, dass der Verrückte in der gediegenen Abgeschiedenheit des Tresorraumes einen besorgniserregenden Tobsuchtsanfall bekommen haben soll.

Shlomo hortete in diesem Schließfach offenbar seit vielen Jahrzehnten allerlei Wertpapiere.

Das Schöne für den Kakerlak im Maßanzug: sie waren alle wohl noch da. Die … Wertpapiere.

Was ihn wohl so aus der Fassung brachte: sie sind eben nichts mehr wert, diese … „Wert“papiere. So ein Wertpapier kann ziemlich wertvoll sein, wenn die Firma, die diesen Anteilsschein einst ausgab, erfolgreich am Markt positioniert ist und Geschäfte macht.

Der Tesla-Schnösel fand in dem seit vielen, vielen Jahren nicht mehr angefassten Schließfach Papiere, das ist richtig. Diese Fetzen taugen vielleicht noch als Anzündhilfe für den offenen Kamin in der stilistischen Abscheulichkeit, die der Fatzke seinen „Salon“ nennt.

Unternehmen, die es schon zum Teil seit Generationen gar nicht mehr gibt, sind auch im wirtschaftlich manchmal sehr progressiven Norwegen nicht mehr dazu angetan, die Inhaber ihrer Aktien zu reichen Leuten zu machen…

Also, lange Rede, kurzer Sinn: er hat sich komplett verzockt, der Idiot!

Siv wusste zu berichten, dass die Kanzlei, mit der Mr Vollpfosten seit Jahren juristisch zusammenarbeitet, das Mandat niedergelegt hat. Er soll den Seniorpartner der Sozietät mit einer Flasche Cognac beworfen haben.

40 Jahre alt.

Der Cognac, nicht der Seniorpartner…

Ich rufe Siv an und erkläre Ihr, was ich vorhabe. Sie wird jetzt alles notwendige in die Wege leiten und mir die Entwürfe in ein paar Wochen mailen.

Es gibt auch in der wohlhabenden Heimat des Busspurschnösels Kinder und Familien, denen es nicht so gut geht wie ihm und seiner Schwester, jener widerlichen keltischen Hexe.

Wir werden versuchen, uns um sie zu kümmern.

Ich denke, ich werde ihm zu seinem Geburtstag eine Karte schicken und ihn freundlich auffordern, das Geld, welches er spart, weil er seine Schwester nicht bei seiner Geburtstagsfeier zu bewirten braucht, stattdessen doch lieber ihrer neugegründeten Stiftung zu spenden. Ab einer gewissen Summe sollte das sogar steuerlich absetzbar sein…

 

 

Verfasst von: LaScotia | Januar 14, 2019

Sie ist weg

Bin ich eigentlich bescheuert, dass ich wirklich weine?

Da stehe ich in einer heruntergekommen aussehenden … Werkstatt, ist schon okay Camilla Florence, bleiben wir einfach beim Begriff „Werkstatt„, das macht es leichter!, und heule wie das kleine Mädchen, dessen geliebte Oma gerade in einer Holzkiste in die Erde ihrer Heimat hinabgelassen wurde.

Eine halbe Tagesreise fort von zu Hause.

Ach, Perle…“, sagt Mac, mein alter Freund, und nimmt mich in den Arm. „Hey, Kleine, ich nehme sie dir nicht weg! Ich mache sie für dich wieder jung und schön.“

Ja. Ich weiß.

Diese etwas mitgenommene, rustikale Schönheit hat mich viele, viele Male über unzählige Meilen durch die Highlands gebracht. Nicht ein einziges Mal hat sie mich je im Stich gelassen. Der knorrige Sound ihres alten Dieselmotors, er ist die Musik in meinen Ohren, die mich auf all den langen Touren mit ihr begleitet hat.

Wie lange wird es dauern?„, frage ich ihn. Den alten Freund, der mir so viel bedeutet und der beinahe mehr von mir weiß als so manch anderer Mensch auf diesem niedlichen, kleinen Planeten. Jenem unscheinbaren und relativ unbedeutenden blauen Pünktchen in einem winzigen, relativ unbedeutenden Sonnensystem im Universum.

„Ich sende dir jeden Monat einen ausführlichen Bericht, Perle. Mit Bildern und Expertise und dem ganzen verdammten Tamtam. Ich tue ihr nicht böses an, Camilla, ich helfe ihr! Ich helfe ihr dabei, dass sie bei euch und mit euch alt und grau werden darf. Verdammt noch mal, sie wird aussehen wie in einem Hochglanzkatalog!“

Mach’s gut, geliebte alte Dame, flüstere ich stumm in mich hinein, gebe Mac zum Abschied einen Kuss auf die stoppelige Wange und streichle meiner geliebten LandyLady  noch einmal übers raue Blech.

Ja, ich weiß, ich bin ziemlich bekloppt manchmal…

Mac gibt mir den Schlüssel. „Du wirst ihn nicht brauchen, Perle. Trag ihn einfach bei dir und du kannst einsteigen und losfahren. Viel Spaß. Ach ja, und: bring ihn mir in einem Stück zurück!

Als ich hinter dem Steuer des relativ neuen Range sitze und alles so einstelle, dass ich damit losfahren kann, ohne für den Großteil der Verkehrsteilnehmer auf schottischen Straßen zur Lebensgefahr zu werden, öffnet Mac noch einmal die Tür.

Ich hab dir wieder einen kleinen Picknickkorb hinten in den Kofferraum gestellt, Perle. Du hast einen weiten Weg vor dir.“ Und dann reicht er mir eine kleine, angebeulte Thermoskanne. Ich kenne sie. Er gab sie mir schon so oft, wenn ich die LandyLady bei ihm abholte. Ich liebe Macs Tee, sagte ich das schon?

Keine Träne mehr. Ich schenke meinem Freund mein strahlendstes Lächeln, umarme ihn und drücke ihm einen Kuss auf den Mund.

Drücke auf den Knopf.

8 Zylinder erwachen zum Leben und ihre Musik jagt mir eine Gänsehaut über den Körper.

Na dann, Kumpel, wollen wir beide mal losfahren. In diesem Moment ist mir klar, dass ich Mac wahrscheinlich enttäuschen muss, in einem halben oder Dreiviertel oder ganzen Jahr. Je nachdem, wie lange er für die komplette Restaurierung der alten Dame brauchen wird. Ich werde ihm den Range nicht zurückgeben.

Ich werde mit ihm über seinen Preis verhandeln…

Bevor ich mich auf die Reise zurück nach Hause mache, fahre ich noch mal runter nach North Queensferry. Ich kann mich nicht sattsehen an den drei Brücken. Eine schöner, majestätischer und ästhetischer als die andere.

Genieße einen Becher von Macs unwiderstehlicher Teemischung und mache mich dann auf den Weg.

Mein iPhone ist mit der Soundanlage gekoppelt, und aus ich weiß nicht wie vielen Lautsprechern dröhnt mir Shostakovich’s Jazz Suite um die Ohren, als ich auf verschlungenen Wegen Richtung Westen fahre. Durch die Berge.

An jeder Destillerie auf dem Weg halte ich an und kaufe etwas im Shop ein.

Am Abend komme ich am Loch Lomond an. Gillian und Johnny springen fröhlich auf mich zu. Oksana und Ben kommen kaum hinterher.

Ich rufe zu Hause an, berichte Peter, was ich heute erlebt habe und ich höre mir geduldig von Zoë an, was sie heute alles erlebt hat, und dann lege ich auf und gehe wieder zu den anderen.

Wir kommen auch nicht dazu, uns in dieser Nacht zu lieben, denn die Kinder sind viel zu aufgeregt und viel zu wach und viel zu … dabei.

Aber das macht nichts.

Wir sind alle beieinander und das ist jetzt gut und wichtig.

Nach dem gemeinsamen Frühstück am Morgen baue ich die Kindersitze ins den Range, schnüre John und Gillian darin fest und verabschiede mich von den tollsten Freunden der Welt.

Natürlich lasse ich mir auch jetzt viel Zeit und so erreichen wir unsere Fähre erst am frühen Nachmittag.

Neues Auto, Kleine?„, fragt Murray, als ich ihn wie immer kurz auf seiner Brücke besuche.

Weiß ich noch nicht genau,Murray. Aber es fühlt sich im Moment ziemlich gut an…

Eine Weile stehen wir still nebeneinander und sehen durch die großen Scheiben rüber zu unserer kleinen Insel.

Ich habe die kurze Reise genossen während der letzten zwei Tage. Habe es genossen, mal wieder die alte Reisetante zu sein, mit Mac zu fachsimpeln und über alte Zeiten zu palavern. Habe es genossen, mit allen Kindern zusammen bei Ksana und Ben zu sitzen und die fantastische Aussicht auf den schönsten aller Lochs in den Highlands zu bewundern.

Aber hier und jetzt, mit Murray auf zusammen auf mein Ziel zu blicken, das erfüllt mich mit einer solch unbeschreiblichen inneren Ruhe und Zufriedenheit…

In etwas mehr als einer Stunde werde ich wieder zu Hause sein.

Es gibt kein großartigeres Gefühl…

 

Verfasst von: LaScotia | Januar 7, 2019

Diese Ruhe

Es kehrt wieder Ruhe ein auf dem kleinen Anwesen derer von McSomething.

Nicht falsch verstehen jetzt, ich habe die Zeit mit der ganzen Bande hier so sehr genossen.

Mit allen Sinnen sozusagen.

Es tat so gut, mal wieder alle um mich zu haben, bei mir zu haben.

In mir zu haben.

Sie zu spüren und zu verführen.

Aber wie das immer so ist, irgendwann ist jede Party mal vorbei, und dann geht’s wieder nahtlos in den Alltag über.

Ksana und Ben sind mit ihren Kindern wieder zurück an den Loch Lomond zurückgekehrt, Shauna haben wir persönlich zu Hause abgeliefert, und auch meine zuckersüße Stiefmutter Wendy ist mit Henry und Fiona gut und sehr komfortabel wieder am heimischen Kap angekommen.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine wunderbare, perfekte Zeit im Kreise all der Menschen, die mir am liebsten und wichtigsten sind auf der Welt.

Erinnerungen an wunderschöne Nächte, in denen wir vier allein für uns waren.

Klebriges Stöhnen und Zucken…

Hände und Zungen überall da, wo sie tagsüber sonst nicht waren. Nicht sind. Vielleicht auch gar nicht hingehören…

Münder, die sich berühren und ineinander verschmelzen.

Zähne, die vorsichtig an Lippen und Brustwarzen knabbern, an Ohrläppchen und Eicheln und Schamlippen, an Kitzlern und Hoden.

Erinnerungen an traumhafte Abende draußen am Feuer oder drinnen vor dem Ofen.

Mit selbstgemachter Musik und Gelächter und Kindergejohle.

Erinnerungen an Rad- und Wandertouren und anschließende heiße Stunden in der Sauna.

Was bleibt von dieser Zeit ist eine tiefe Dankbarkeit für das Erlebte und dafür, dass wir so großartige Freunde haben.

Und eine unbändige, kribbelige Vorfreude auf das nächste Mal, wenn wir uns wieder haben.

2019, du hast schon ganz klasse begonnen.

Du wirst sicher ein Spitzenjahr werden.

Packen wir’s an…

 

Verfasst von: LaScotia | Dezember 31, 2018

Das Letzte

Ja Ihr Lieben, nun ist es soweit.

Es heißt Abschied nehmen.

364/365 sind erledigt, 2018 neigt sich seinem Ende zu.

Es möge jeder für sich bewerten, ob es gut oder schlecht war oder eben nur eine weitere Abhakzahl für die Statistik.

Morgen um diese Zeit haben wir dann schon 2019.

Was wird bloß immer für ein Tamtam gemacht und das Mysterium Jahreswechsel, oder?

Dabei ist es doch eigentlich auch nur eine normale, dunkle Nacht mitten im Winter.

Was immer Ihr treibt, tut, sauft, vögelt und sonstwie explodieren lasst, ich hoffe, Ihr kommt gesund ins Neue Jahr und habt Spaß dabei.

Passt auf euch auf.

Und wenn Ihr mögt, lesen wir uns hier nächstes Jahr alle wieder.

Bis dahin.

Eure alte Inseldiva 😘

Verfasst von: LaScotia | Dezember 29, 2018

Say „thank you“!

Wenn sie es zulässt, dass du ihr in den Mund spritzen darfst, vergiss niemals, ihr anschließend einen langen Kuss zu geben, um dich dafür zu bedanken!

Verfasst von: LaScotia | Dezember 28, 2018

Aus nächster Nähe

Habt Ihr das schon mal gesehen?

So unmittelbar aus nächster Nähe?

Es braucht einen ganz besonderen Blickwinkel, dann bekommst du alles direkt mit.

Das Aroma.

Den Blick.

Und am Ende…

die Kugeln heben sich plötzlich. Bis fast ganz nach oben. Und du denkst noch: wo wollen die noch ganz hin? Dann siehst du, wie der Schaft zuckt. Du kannst direkt zusehen, wie das Elixir des Lebens hindurch gepresst wird. Den ganzen langen Weg. Bis ganz nach oben. Bis in die dicke, rote Spitze, und dann…

quillt die Créme der Lust hervor.

Ein, zwei Tröpfchen zunächst.

Dann die erste Eruption.

Wie eine Fontäne schießt die köstlichste aller erotischen Belohnungen hervor.

Niemand kann genau steuern, wohin sie fliegt. Wo sie landet.

Aber wo auch immer der Pudding des Lebens landen mag…

wir finden ihn.

Und schlecken ihn auf.

Und küssen uns.

Und wir lachen.

Und küssen uns nochmal.

Bis wir wieder anfangen, mit diesen wundervollen Spaßmachern zu spielen.

Sie groß und hart zu machen.

Immer wieder.

Bis es nicht mehr geht…

Hmmm…. mal was anderes… wenn man mit spermaverschmierten Fingern auf einem iPhone Display herum wischt, wie bekommt man das da eigentlich wieder weg?

Was nehmt Ihr?

Verfasst von: LaScotia | Dezember 28, 2018

Mango am Siedepunkt

Vertraute Abläufe, jede weiß, was zu tun ist.

Die Vorbereitungen gehören zum festen Bestandteil des Rituals und sind nicht lästig, sondern dienen schon der Entspannung.

Ohne jede Hektik, aber mit jeder Menge guter Laune feuern wir den Ofen an, legen Handtücher bereit und einen großen Krug mit frischem, klaren Wasser aus dem Bach.

Ruhige Musik tönt leise aus den verborgenen Lautsprechern.

Für die Niedertemperaturkinderwellness sind die Daddys heute zuständig.

Zoë und Henry sind ja schon alte Hasen in der Sauna und fühlen sich bis mittlerweile 65-70° sehr wohl.

Am meisten freuen sie sich immer auf das plantschen im kalten Bach hinterher und dann das einkuscheln in die dicken Lammfelle, wo es dann heiße Schokolade gibt.

Irgendwann gehen die Jungs wieder rüber ins Haupthaus zu den anderen Kindern.

Ich werfe zwei Stücke Torf in den Ofen und während wir drei Weiber uns abduschen, steigt die Temperatur in der Sauna auf vernünftige Werte an.

Kurze Zeit später tropfen wir vor lauter Schweiß und lauschen den Klängen von Katie Melua.

Wir reden und erzählen und lachen und singen.

Und schwitzen.

Genießen den Blick durch die Panoramascheibe.

Seit wir einige Büsche und einen großen Baum weiter hinten weggenommen haben, können wir wieder zur großen Insel herüber schauen.

Begeistert schaut Wendy aber auf meinen kleinen Bauch, der No 4 jetzt nicht mehr verstecken kann.

Wie weit bist du? fragt sie mit ihrer schönen Stimme.

16. Woche., sage ich, der Stöpsel ist jetzt ungefähr so groß wie eine Mango.

Prustendes Gelächter.

Gute Laune.

Gute Gespräche.

Wunderbare Zeit.

Verfasst von: LaScotia | Dezember 25, 2018

Die Leiden der jungen O.

Sie leidet.

Oksana durchlebt gerade, was offenbar sehr viele Frauen während und nach der Schwangerschaft erleiden.

Kaum noch Bock auf Sex.

Sie beichtet es mir am Abend am Feuer.

Mich selbst überfiel diese … „Lustlosigkeit“ immer nur jeweils 4-6 Wochen rund um die Geburt.

Meine süße Wildgans hat seit der 30. Schwangerschaftswoche nicht mehr mit Ben geschlafen.

Sie machen sich beide keine allzu großen Gedanken darum. Es wird sich wieder einrenken, keine Frage.

Und für die Zwischenzeit ist es ja so gut, dass es wahre Freunde gibt.

Kurz nachdem John und Vicky nebenan tief und fest eingeschlafen sind, versammeln wir vier uns im Schlafzimmer.

Ksana und Pete vergnügen sich in einer wunderbaren 69, und nur eine Armlänge entfernt öffne ich mich ganz und gar für den Freund, der seit einem Vierteljahr nicht mehr…

Ich verzichte auf herauszögernde und heiss machende Spielchen.

Er ist heiss genug und hat alles lange genug herausgezögert.

Also … hinein mit dir, mein süßer Freund.

Wir konzentrieren uns aufeinander.

Ineinander.

Ben gibt Gas.

Ich sehe mit wachsender Ekstase, wie er meine immer wilder schaukelnden Titten ansieht.

Endlich beugt er sich hinunter und küsst sie.

Ben fasst sie an.

Ich schlinge meine Beine um ihn, presse ihn fester an mich.

Er fällt ganz auf mich.

Ein Blick zur Seite und ich sehe, wie Peters Erbenmacher halb in Oksanas Gesicht verschwindet.

Ben stöhnt in mein Ohr.

Und dann

Unglaubliche Mengen pumpt er in mich hinein.

Er kommt und kommt und kommt.

Er krallt sich an mir fest wie ein Ertrinkender.

Und dann flüstert er ihren Namen.

Direkt in mein Ohr.

Unmittelbar bevor auch ich komme, merke ich, wie mir Tränen am Gesicht herab laufen….

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