Verfasst von: LaScotia | Dezember 12, 2019

Schlüssel

Heute ist so ein besonderer Tag.

Manche nennen ihn „Schlüsseltag“.

Weil eine Schlüsselwahl stattfindet.

Wir haben eine Meinung und wir haben gewählt.

Ob es was nützt?

Die jüngere Vergangenheit lehrt uns, dass nicht alle Wahlberechtigten im Vereinigten Königreich Ihrer Verantwortung bewusst sind.

Wie es danach weitergehen wird?

Niemand weiß es.

Viele werden durchs Sieb fallen und sich böse wundern.

Manche wohl nicht.

Wir sind in der sehr komfortablen Situation, dass wir auf eine Situation, die wir für unsere und die Zukunft unserer Kinder nicht akzeptabel finden, sehr flexibel reagieren können.

Zunächst warten wir das Ergebnis dieser Wahl zwischen Pest und Cholera in Ruhe ab.

Schauen uns an, was neue Machthaber für Visionen propagieren.

Dann werden wir sehr ergebnisoffen darüber reden, ob und wie es weitergehen kann.

Aber eines ist uns klar: eine Insel wird auch künftig unser Zuhause sein. Oder bleiben.

Mal schauen, was kommt…

Verfasst von: LaScotia | Dezember 3, 2019

Von Plätzchen, Milchtüten und harten Hölzern

Da sind sie alle in der Küche derer von McSomething versammelt.

Mom und Dad. Zoë, Gillian, John und Naomi.

Willy der Welpe natürlich auch. Er lernt gerade eine furchtbar schwere Lektion: im Körbchen liegen bleiben, und wenn es noch so lecker riecht überall…

Der große Küchenofen gibt alles heute und wir haben „sehr angenehme“ 26 bis 28 Grad hier drinnen.

Peter bespaßt die beiden Jüngsten, und die drei „großen“ Weiber im Haushalt versuchen, einige Bleche Kuchen und Plätzchen zu backen.

Nicht, dass ich das besonders gut könnte, aber den Prinzessinnen macht es Spaß und naja, soo schlecht schmecken die Ergebnisse gar nicht.

Die Aufgaben sind klar verteilt, Mom rührt all die benötigten Zutaten zusammen und rollt den Teig dann auf dem großen Küchentisch aus, und Zoë und Gillian versuchen dann, so unfallfrei wie möglich, mit allerlei Formen Figuren auszustechen und die in einem Stück aufs Backblech zu legen.

Kleine, mehlige Hände zeichnen lustige Muster auf Gesichter und Schürzen.

Es duftet herrlich nach diesen frisch gebackenen Keksen.

Auf der Treppe nach oben stehen schon ein paar Dosen, in denen die neuen Kekse abkühlen. Eine echte Herausforderung für Peter, der den Welpen davon abhalten muss, dass irgendwann nur noch die Dosen da stehen und nichts mehr in ihnen abkühlen kann.

Konzentriert und voller Euphorie stechen Zoë und Gillian Wichtel, Sterne und Einhörner aus dem Teig und es wird Zeit, dass Mom Nachschub liefert.

Und so stehe ich leicht vornübergebeugt an der Tischplatte und bearbeite den Teig mit dem Nudelholz. Vor und zurück, hier noch etwas Mehl verstreuen und wieder vor und zurück, und die alten Milchtüten schaukeln unter der Kombination dünnes Top und robuste Küchenschürze fröhlich vor sich hin, und so konzentriert versuche ich den Teig platt zu walzen, dass ich den Strubbeligen Teufel nicht mitbekomme, der plötzlich hinter mir steht, seine Lieblingsspielzeuge unter der Schürze in beide Hände nimmt und mir ins Ohr flüstert:

Wenn ich noch mal geboren werde, dann möchte ich gerne dein BH sein, Schönheit.“

Ich drehe kurz meinen Kopf so nach hinten, dass ich ihn küssen kann, und wie eigentlich immer genieße ich, was seine Hände da tun, wenn sie das tun, was sie jetzt gerade tun.

Ganz so weit ist es ja hoffentlich noch nicht, Teufel. Aber…“ – und hier scheine ich tatsächlich etwas lauter geworden zu sein… – „nimm sofort das Nudelholz da weg, du spinnst wohl!“

Und Zoë, für einen Moment von ihrem Butterteigeinhorn abgelenkt, sieht zu uns rüber, und stellt in ihrer sachlich-nüchternen Art fest:

Mom, wieso soll Dad das Holz weg tun, das hast doch du!“

Verfasst von: LaScotia | November 28, 2019

Neugierige kleine Dame, Teil 2

Hey Leute, Ihr dachtet wirklich, die Geschichte ist jetzt erzählt, ja?

Ihr kennt die lustige Sippschaft derer von McSomething offenbar doch nicht so gut, wie Ihr es immer glaubt.

Also lasst uns gerne einsteigen ins explosive Finale dieser Staffel…

Irgendwann kurz vorm Dunkelwerden kommt der Strubbelige Teufel zurück.

Zoë sieht aus wie im ursprünglichen Artikel beschrieben.

Noch weiß sie nicht, dass Dad und Mom geheime Botschaften austauschen und sie freut sich einfach, dass die Badewanne für sie schon eingelaufen ist.

John ist noch ziemlich gut beieinander, nur sein Outdoorkondom sieht aus wie eine kleine Wildsau, er selbst gibt noch einen ganz passablen Allgemeineindruck ab.

Willy, der Welpe, ist noch lange nicht salon-, sprich: stubenfähig, um den darf Pete sich kümmern.

Ich stopfe also Zoë (sie hat es wirklich nötig!) und John (der auch, denn er ist kräftig durchgefroren…) zusammen in die Wanne.

An der Stelle habe ich jetzt Ruhe.

Naomi? Ja, sie quengelt schon, sollte aber langsam lernen, dass wir nicht in einem Vogelnest leben, wo derjenige, der den Schnabel am weitesten aufreißt und den meisten Lärm macht, auch sofort den fettesten Wurm in den Schlund gestopft bekommt.

Gillian? Ist völlig aus dem Häuschen, dass Daddy endlich wieder da ist.

Es gibt ja soooo viel zu berichten…

Endlich kommt Daddy ins Haus.

Zunächst überwiegt die Wiedersehensfreude mit dem Welpen.

Gillian und Willy feiern Ihr Wiedersehen wie zwei alte Freunde, die sich ein halbes Leben lang nicht gesehen haben.

Irgendwann sitzen wir ruhig am Tisch.

Die frisch gebadeten, Gillian, Mom und Dad, sowie Naomi an der lang ersehnten und lautstark herbei geschrienen Milchbar der mittlerweile teilweise grauhaarigen alten Mutter.

Willy liegt unter dem Tisch, wo er allerlei Sachen auffängt, die er niemals kriegen dürfte, von Personen, die sie ihm niemals dort runter werfen dürften.

Ja, die McSomethings sind im Kern eine sehr konsequente Familie… also, … manchmal. Naja…, fast immer. Also recht häufig…

Und irgendwann, als alle auf einmal sehr asynchron ihre jeweiligen Erlebnisse des Tages mehr oder weniger zeitgleich erzählt haben und wieder eine seltsam geordnete Ruhe am Tisch herrscht, platzt die kleine, neugierige Dame mit der Sensation des Tages heraus:

Daddy, du magst Mom jetzt beschimp wieder leiden: wir ha’m ihre Haare weggemacht…

Und Zoë, Interessenlevel sofort auf allerhöchster Stufe: Welche Haare denn??? Woo???!!

Mom und Dad Kommunizieren kurz auf der nonverbalen Ebene. Seine Augen fragen, meine Augen antworten, und irgendwann bestimmt der Geobiofritze sehr überzeugend, dass jetzt! der Zeitpunkt ist, wo die Kinder da jeweils eigene Bett aufsuchen müssen.

Emily Zoë wirft ihrer geliebthassten kleinen Schwester Gillian Vanessa einen giftigen Blick zu und tönt:

Du hättest dein Schnabel halten soll’n! Jetz legen die uns ins Bett, geh’n in ihr Bett und machen ein neues Baby!

Verfasst von: LaScotia | November 28, 2019

Neugierige kleine Dame

Sie ist eine kleine Dame.

Gillian Vanessa McSomething, little Princess of the Isles No2, hat im Moment eine Phase, wo sie am liebsten Kleider und Röcke trägt.

Im Gegensatz zu ihrer großen Schwester. Zoë, die kleine Rampensau, fühlt sich immer dann pudelwohl, wenn sie in Gummistiefeln durch irgendwelche Pfützen und Schlammlöcher toben kann und abends aussieht wie ein Wildschwein nach einer Riesenparty im Maisfeld…

Die beiden kleineren künftigen Erben haben noch nicht wirklich ein Mitspracherecht bei der täglichen Auswahl der Anzugordnung.

Aber wir wollen nicht abschweifen, es ging ja um die Dame des Hauses.

Pete hat sich Zoë, John und den Welpen geschnappt und nimmt sie alle mit zur Kuhherde.

Naomi liegt satt, zufrieden und frisch gewindelt in ihrem Bettchen und erlebt fröhliche Abenteuer mit ihren Lieblingsstofftieren in einer Welt, die uns Erwachsenen wohl leider für immer verschlossen bleiben wird.

Gillian ist mit ihrem Malbuch beschäftigt und so kann Mom sich endlich mal wieder um sich selbst kümmern.

Nachdenklich sitze ich auf dem Wannenrand und betrachte den gruseligen Wildwuchs zwischen meinen Beinen.

Die Brutstätte meiner Nachkommenschaft ist zugewachsen und überwuchert von einem undurchdringlichen Gestrüpp ungepflegter, wilder Haare.

Ach Camilla Florence, wie konnte es nur soweit kommen, denke ich seufzend, und mache mich an die Arbeit.

Hier ist der Nassrasierer noch lange nicht das Werkzeug der Wahl, da muss ich erstmal mit schwerem Gerät ran!

Angelockt vom sirrenden Krach der kleinen Haar-Reiß-Raus-Maschine kommt Gillian ins Bad, setzt sich auf den Hocker neben dem Waschtisch und schaut mir sehr interessiert bei meinem Tun zu.

In großen Büscheln fliegen die Haare auf den Boden und schockiert stelle ich fest, dass sich schon eine unübersehbare Anzahl von ihnen eine seniorengerechte graue Farbe leistet.

Warum tust du das?, fragt Gillian.

Weil ich es nicht leiden mag, Süße. Und Daddy auch nicht., antworte ich.

Gillian fängt wild an, ihr Kleidchen zu raffen, und ich weiß, dass mich meine uneingeschränkte Offenheit meinen Kindern gegenüber soeben wieder in Erklärungsnot gebracht hat.

Mit einem Auge bin ich zwischen meinen Beinen und entferne die letzten ganz langen Löckchen mit dem Gerät.

Mit dem anderen beobachte ich die bald vierjährige kleine Dame mit einem Lächeln, wie sie kopfüber unter ihr Kleid schaut, die Unterhose ein Stück nach unten zieht und die Lage begutachtet.

Und ich überlege gerade, in welchem Alter es genau aufgehört hat, dass ich das nicht mehr konnte…

Zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Nachforschungen richtet Prinzesschen No2 wieder ihre Garderobe und strahlt mich an:

Hab nachgesehen, Mom, ihr mögt mich auch leiden!

Ja mein Schatz, natürlich mögen wir dich leiden. Magst du mir mal den kleinen Handstaubsauger bringen, bitte.

Gillian lässt es sich nicht nehmen, den gefühlten Kubikmeter abrasierter Schamhaare ihrer alten Mutter selbst mit dem handlichen kleinen Gerät wegzusaugen.

Pflichtbewusst trägt die kleine Dame den Akkusauger wieder zu seiner Ladestation und kommt zu mir zurück.

Guck mal, Mom, da ist noch was. Und da! Und da auch!

Ja meine Kleine, ich weiß. Die rasiere ich jetzt ab.

Aha. Ich guck zu.

Sagte ich schon, dass die Kinder derer von McSomething es irgendwie nicht so drauf haben, zu fragen, ob sie bei irgendwas zuschauen dürfen, sondern es einfach tun, wenn ihnen danach ist?

Ich mache mir Sorgen um mein augenscheinliches Autoritätsproblem…

Na gut, sage ich, aber du kommst nicht mit in die Wanne, klar!

Und während ich einen von Peters Lieblingsspielplätzen dick mit Rasiercreme einschäume und den kleinen Rasierer unter den lauwarmen Wasserstrahl halte, sagt Gillian:

Mom, warum hast du da Haare und ich nicht?

Verfasst von: LaScotia | November 19, 2019

Träumer

Alte Fotos.

Sie laufen auf unseren Laptops in einer wahllosen Reihenfolge, wenn gerade niemand daran arbeitet.

Insgesamt haben wir fast 40.000 Bilder auf unserem Server.

Alle 15 Sekunden ein anderes Bild.

Peter auf einem südamerikanischen Hochplateau.

Johnny, eines der ersten Fotos überhaupt von ihm.

Camilla auf dem Dach ihres Landys irgendwo im Glencoe mit einem Fernglas vorm Gesicht.

Ein altes Bild von Camilla bei einem Handballturnier in …. weiß der Kuckuck wo.

Zoë und Gillian, wie sie Sally füttern.

Ein Sonnenuntergang irgendwo in der Karibik, die Reling unseres Traumschiffes im Vordergrund.

Und so weiter und so weiter.

Irgendwann schaue ich wieder zum Monitor, Peter steht gerade daneben.

„Halt das mal an!“, sage ich plötzlich.

Mein Herzschlag setzt einen Moment aus, nur um dann wieder loszulegen, als hätte er den Nachbrenner aktiviert.

Pete hält die Diashow an und klickt ein Bild zurück.

Strahlend schön lacht sie aus dem beinahe Gegenlicht in die Kamera. Ihren großen Strohhut auf dem Kopf. Das Licht der Berliner Abendsonne bricht sich in der bunten Flüssigkeit des Cocktails in ihrer Hand und durchleuchtet sanft ihr hauchdünnes Top.

Spitz und frech drängelt sich Sandras gepiercte Brustwarze in den Vordergrund.

Ich weiß ganz genau, wann dieses Foto entstand und was etwa zwei Minuten danach geschah.

Leise seufze ich und will die Diashow wieder starten.

„Was meinst du, Schönheit“, sagt Peter leise und er streichelt zart über meine Brust, „willst du sowas auch mal haben?“

Ich lege meine Hand auf seine, genieße seine Berührung, das leichte zwirbeln seiner Finger an meinem Nippel.

„Ach mein süßer Träumer“, sage ich und muss lachen, „werd nicht albern jetzt. Die Dinger sind 40 Jahre alt und vierfach ausgelutscht.“

Und der Strubbelige Teufel?

Lässt das, was bis eben noch sein Lieblingsspielzeug war, los, tritt einen halben Schritt zurück, schaut mich an und sagt ganz ruhig:

„Wann ist aus dir diese alte, langweilige Hausfrau geworden?“

Hmmm, mal was anderes: kennt sich jemand von Euch mit Zementmörtel aus? Wieviel von dem Zeug brauche ich für sagen wir mal Schuhgröße 45?

Und weiß jemand, mit welchem Formular ich Witwenrente beantragen kann…?

Verfasst von: LaScotia | November 16, 2019

Spuren

Es ist kalt.

Es ist menschenleer.

Und sie hinterlassen hier ihre Spuren.

Sie sind temporär, denn mit dem nächsten Hochwasser verschwinden sie wieder.

Die drei Großen lachen mich an.

Ich laufe von der Seite dazu, hebe die Jüngste aus ihrem Sitzgurt vor meinem Bauch und stelle sie daneben in den Sand.

Irgendwo klickt wild eine Kamera, alle toben juchzend auseinander.

Die Kamera klickt weiter.

Zu sehen sind…

Spuren im Sand.

Von links nach rechts kleiner werdend.

Das eiskalte Wasser des Atlantik nur noch Zentimeter davon entfernt, dieses banale Zeitdokument für immer auszulöschen.

Was im Familienalbum dann nicht mehr zu sehen sein wird:

Die beiden Großen laufen juchzend vor der eiskalten heranbrandenden Welle davon, zurück auf den Strand.

Der kleine Johnny schafft es nicht und fällt der Länge nach hin, wird von der Welle komplett erwischt und überrollt und zwei Meter vorwärts geschleudert.

Die noch kleinere Naomi hat etwas mehr Glück, denn ihre Mom reißt sie noch rechtzeitig hoch, fliegt auf den Rücken und wird von der Eiswelle auch überspült.

Kamera und Objektiv des Strubbeligen landen im Sand, als er losstürmt, um die Familie vorm Tod durch ertrinken zu retten.

Am Ende sitzen alle vorm großen Ofen im Heim derer von McSomething und lachen und erzählen und freuen sich.

Die materiellen Schäden halten sich im überschaubaren Bereich, die gesundheitlichen sowieso, und alle sind glücklich und zufrieden.

Ein stürmischer Herbsttag auf den Hebriden geht zu Ende.

Und nein, dies ist eine private Erzählung. Hiervon gibt es keine Fotos für Euch.

Sorry.

Verfasst von: LaScotia | November 15, 2019

Er kommt näher

… der Winter.

Mit großen Schritten kommt er auf uns zu.

Es ist lausig kalt geworden.

Drüben auf den höheren Bergen fällt Schnee ohne Ende und er kommt immer tiefer.

Nicht mehr lange, und auch bei uns ist alles weiß.

Passt ihr gut aufeinander auf, wo immer Ihr seid.

Wir werfen noch mal etwas Holz in den Ofen und kuscheln uns zusammen.

Schönen Sonntag,

Eure McSomethings 😘

Verfasst von: LaScotia | November 15, 2019

Wenn es Nacht wird auf der Insel

….

ah ja, natürlich.

Entschuldigt bitte.

Ich habe die Kopfkinoeuphoriker unter Euch jetzt nur wieder unnötig geil gemacht.

Sorry, das wollte ich nicht.

Und eigentlich…

… gab es ja auch die Überschrift gar nicht so wirklich her.

Also noch mal:

Wenn es Nacht wird auf der Insel…

Ja, dann geht die versammelte Familie derer von McSomething fix und fertig ins Bett.

Gute Nacht, Ihr Lieben.

Schlaft gut.

Schlaft!

Jetzt!

Verfasst von: LaScotia | November 13, 2019

Grundseminar Kombüsenhygiene I.

Vermutlich wird sich diese Leidenschaft irgendwann wieder ganz von selbst legen, aber zur Zeit lasse ich sie.

Zoë hat stolz verkündet, dass sie jetzt groß ist (vor ein paar Tagen ist Princess of the Isles No 1 immerhin schon fünf Jahre alt geworden…) und dass sie sich ab sofort um den Abwasch kümmern wird.

Punkt.

Es komme bitte niemand auf die Idee, diesem herrischen Weib süßen kleinen Mädchen auch nur ansatzweise widersprechen zu wollen…

Also steht jetzt – sehr unpraktisch für die wenigen Erwachsenen im Haushalt derer von McSomething – seit einigen Tagen eine vom wenig vorausdenkenden Geofritzen zusammengeschraubte Holzkonstruktion in der Küche vor der Spüle.

Immerhin ist diese Art Minibaugerüst so stabil und mit einem Geländer gesichert, dass Zoë dort bedenkenlos drauf herumturnen und abwaschen kann, ohne dass Mom ständig in Sorge leben muss, sie könnte da runterfallen.

Die neue Hygienebeauftragte in diesem Teil unserer kleinen Insel hat bei Mom den mehrminütigen Einführungskurs „Kombüsenhygiene Teil I“ besucht und macht sich stolz ans Werk.

Warmwasserhahn: läuft!

Und läuft!

Und… okay, Ihr ahnt es schon… läuft.

Es dampft.

„Schätzchen, das ist zu heiß, du musst da auch kaltes Wasser zu tun!“, versuche ich zu intervenieren.

Warmwasserhahn: aus!

Ein kleiner, fünfjähriger Finger taucht ins Wasser und Zoë weiß in diesem Moment, wie sich ein Hummer im Kochtopf fühlt… Notiz an mich: die Temperatur im  Heißwasserkessel auf kinderfreundliche Werte herunter regeln, sonst gibt es hier nur unnötiges Geschrei…

Princess of the Isles No 1 verzieht keine Miene, als sie den krebsroten, gar gekochten Finger wieder aus dem Wasser zieht. Stattdessen greift sie beherzt zur Flasche mit dem Spülmittel, und diesmal kommt jeder Versuch der Mutter, sich noch rettend einmischen zu wollen, zu spät.

Zoë schätzt prüfend ab, ob die Menge des Spülmittels wohl reichen könnte, um die paar Teller und Kakaobecher auch wirklich sauber waschen zu können, entscheidet sich dann aber doch für die Variante Sicherheit und kippt etwa ein Drittel des Flascheninhalts ins brodelnde Wasser.

Kaltwasser: läuft!

Und läuft.

Und… so weiter….

Johnny sitzt in seinem Kinderstuhl am Tisch und kreischt vor Vergnügen, als seine große Schwester allmählich im Schaum verschwindet, der bald den gesamten Raum rund um die Spüle ausfüllt.

Mom überlegt gerade seufzend, ob es nicht ratsam wäre, jetzt einzugreifen und im wahrsten Sinn des Wortes den Stöpsel zu ziehen, aber Gefahr im Verzug ist noch nicht direkt erkennbar und außerdem ist Naomi noch nicht satt.

Irgendwo aus dem Schaum heraus kommandiert Zoë mit einem sehr herrischen Unterton in Richtung Gillian: „Nessa! Komma her und mach das weg!“

Zum Glück kann sie nicht sehen, wie ich losprusten muss und mich im Versuch, das so leise wie möglich zu tun, fast lebensgefährlich verschlucke.

Und Gillian?

Princess of the Isles No 2 sitzt auf ihrem Platz am Küchentisch und lässt ihrer künstlerischen Fantasie unter Zuhilfenahme mehrerer Dutzend Buntstifte auf einem großen Blatt Papier freien Lauf.

„Nessa!“ Die Große wird langsam ungeduldiger.

Ich finde es super spannend, dass seit einiger Zeit nicht mehr zuerst Dad gerufen wird, wenn Zoë Hilfe braucht, und Mom ja schon mal gar nicht, sondern Gillian…

Und die?

Schaut kurz auf, legt den grünen Stift weg, nimmt einen blauen, malt weiter (ist es nicht wunderbar, dass es in der Welt der Kinder blaue Wolken gibt?) und versetzt der Autorität der großen Schwester einen empfindlichen Tiefschlag:

„Nee. Keine Lust!“

Verfasst von: LaScotia | November 10, 2019

Spiel des Jahres

Als es vorbei ist, das Spiel des Jahres, da beginnt es eigentlich erst.

Das Spiel des Jahres.

Die geliebten Roten von der Anfield Road haben die verhassten Himmelblauen aus Manchester deutlich in die Schranken gewiesen.

Sie kommt aus der Küche zurück, bringt ihm eine Dose Bier.

„Na?“, sagt sie zu ihm, „zufrieden?“

Sie stellt das Bier auf den Tisch und setzt sich einfach auf ihn. Auf seine Beine.

Sieht ihm in die Augen.

Streichelt ihm zärtlich um diese kleinen Fältchen an seinen Augen.

Waren die immer schon da?, fragt sie sich.

Er gibt ihr einen Kuss. Seine Hände wandern an ihrem Körper herauf. Finden ihre Brüste.

Ihre Zunge drängt sich zwischen seinen Zähnen hindurch, findet seine.

Er schiebt sie zurück.

Nimmt eine ihrer Brüste in beide Hände. Hebt sie etwas an und küsst sie. Leckt und saugt sie. Massiert und knetet sie. Macht sie dabei enorm scharf.

Sie spürt, wie scharf er sie macht.

Kurz lösen sie sich voneinander.

Im Nu haben sie nichts mehr an.

Wieder setzt sie sich auf ihn.

Wieder widmet er sich ganz ihren Brüsten.

Sie hebt ihr Becken, greift mit einer Hand zwischen ihren Beinen hindurch und findet ihn.

Zeigt ihm den Weg und heißt ihn herzlich willkommen.

Still sitzt sie auf ihm.

Auf ihm.

Spürt ihn in sich.

Genießt ihn und genießt seine Hände und Zunge an ihren Brüsten.

Beginnt, sich auf ihm langsam auf und ab zu bewegen, ihn zu reiten.

Sie nimmt seinen Kopf in die Hände und bewegt ihn so zu ihrem Gesicht, dass sie sich küssen können.

Kann ich Euch nicht mal für 10 Minuten alleine lassen?!“ hört sie plötzlich seine Stimme wie aus weiter Ferne.

Sie können beide nicht antworten, denn ihre Zungen sind ineinander verknotet.

Sie kann eine Hand heben und ihn zu sich winken.

Dann versinkt sie wieder in einem Ozean aus Endorphinen und allerlei angenehmen Sekreten.

Ihr Zeitgefühl ist hinüber, sie kann nicht sagen, ob Minuten oder Monate vergangen sind, seit sie das Bier aus der Küche geholt hat.

Sie zerfließt unter seinen Küssen auf ihrer Brust. Er wird ein sehr nasses Gesicht haben, denkt sie sich, als sie plötzlich spürt, dass sie nicht mehr alleine sind.

„Hallo Schönheit“, flüstert der Strubbelige Teufel ihr ins Ohr, und einen Moment später fühlt sie ihn.

Beide auf einmal.

Was noch vor wenigen Jahren absolut undenkbar für sie war, jetzt genießt sie es.

Wo…? will sie fragen und sie weiß nicht, ob wirklich irgendwelche Worte ihre Lippen verlassen.

Keine Sorge, Schönheit“, flüstert Pete in mein Ohr, während ich gerade zu einer willenlosen, explodierenden Supernova verkomme, „die Wildgans ist bestens versorgt. Sie kümmert sich um die Kinder. Kümmer du dich jetzt mal um dich!“

Als ich endlich komme, stöhne ich meine Lust in Bennys Mund, ich bin ausgeleiert und überdehnt und ich laufe aus.

Ich liege schlaff auf meinem Sofa und über meinem Gesicht hängstehen zwei glänzende, tropfende und restzuckende Schwänze.

Beide bekommen die notwendige Aufmerksamkeit, aber ich bin leider sehr aus der Übung. Ich schaffe es nicht, sie nochmal zeitgleich zum Höhepunkt zu bringen.

Was ja für keinen von uns im Nachhinein schlecht ist…

Bevor ich später ins Bett gehe und mich sehr intensiv um meine kleine Wildgans kümmere, schaue ich noch mal nach den Kindern.

Alle schlafen.

Sind sie es nun, die es gut haben, oder sind es doch eher ihre Eltern, bei denen an Schlaf noch lange nicht zu denken ist…?

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