Verfasst von: LaScotia | August 19, 2019

Südwest Vier bis Fünf

Bestes Wetter, als wir alles beisammen haben und endlich losfahren können.

Wenn du mehrere Dutzend Ballen Wolle, zwei lebende Schweine und eine sechsköpfige Familie für ein paar Tage auf ein Schiff verladen sollst, dann ist das auch immer eine logistische Herausforderung.

Aber irgendwann sind wir soweit und können starten.

Den Anker lichten.

Hebel leicht nach vorn.

Die Lady of the Isles dreht ihre blau lackierte Nase frech in Richtung Old Man of Storr und die alten, aber frisch geölten sechs Zylinder blubbern fröhlich vor sich hin.

„Was passiert da drüben mit Fields und Semonova?“ fragt Zoë. Sie kann Semjonova nicht mit diesem j in der Mitte aussprechen. Lustig. Sie kann so viele Sprachen mit ihren fast 5 Jahren…

„Nichts schlimmes, Süße, sie kommen in eine neue Herde.“ versuche ich ihr den Transfer zu erklären. „Da sollen sie dann viele süße kleine Ferkel bekommen.“

„Aha? Und wieso gebt Ihr sie weg?“

Zoë dreht sich ihre Locken wieder um die Finger.

Ich überlege eine Weile. Wie erkläre ich das einer fünfjährigen?

„Weil sie bei uns nur Schwestern und Brüder haben. Wir bringen dafür ja ein paar neue Schweine mit, weißt du? Es ist nicht gesund, wenn Schwestern und Brüder Kinder kriegen!“

Hoffe, ich habe mich einigermaßen aus der Affäre gezogen.

Die Lady stampft unverdrossen in die Wellen.

Gischt weht über den Bug an die Scheiben.

Das Wetter meint es gut mit uns, die Lady muss nicht kämpfen, sie pflügt mit einer eher stoischen Ruhe durch die See in Richtung Westen.

Wir sind ein paar Stunden unterwegs.

Die Kinder kennen das schon und sie kommen gerne mit.

Unterwegs sehen wir jede Menge Delfine. Wir sehen auch ein paar kleine Wale.

Einen wirklich großen Riesenhai. Der hat gut und gerne 6 Meter! Ich bin immer wieder fasziniert von diesen sanften Riesen.

Begeistert klatschen die Kinder in die Hände, wenn wieder einmal neben der Lady ein neugieriger Meeresbewohner aus dem Wasser schaut.

Als wir endlich den Hafen auf der wunderschönen Isle of Lewis erreichen, zupft Zoë mich sehr energisch am Ärmel:

„Mom!?“

„Ja, Liebling?“

„Wir lassen Johnny aber heute nicht hier, oder?“

Als ich mich zu Princess No 1 herunter beuge, um ihr einen Kuss zu geben, schießt der Strubbelige ein Foto (keine Sorge: diese Sorte Fotos wird niemals den Weg ins Netz finden, wir wissen, was privat ist!), und ich glaube, später am MacBook deutlich darauf zu erkennen, dass tatsächlich VIER Augen tränen….

Verfasst von: LaScotia | August 17, 2019

Habt Ihr mich gefunden?

Sie ist da.

Nach einem Jahr.

Lange Wartezeit.

Und?

Habt Ihr sie auch schon?

Die DVD vom letzten Konzert der besten keltischen Rockband aller Zeiten?

Ich habe sie gestern bekommen.

Natürlich schon gesehen.

Mitgesungen.

Wieder mitgeheult.

Mitgetanzt.

Meine Große hat gefragt „Warum weinst du, Mom?“ und ich habe noch mehr geheult.

Und?

Habt Ihr mich gesehen?

Da heule ich noch nicht.

Da tanze und flippe ich völlig ausgelassen…

Viel Spaß beim suchen. 😃😘😘

Verfasst von: LaScotia | August 5, 2019

Mythen, Mysterien, Meeresströmungen

Manches ist ja wirklich so niedlich, dass ich mich manchmal daran verschlucke…

Nein Jungs, nicht der Penis meines geliebten Göttergeofritzen. An dem verschlucke ich mich zwar hin und wider, aber der ist dabei nicht niedlich. Der ist einfach nur groß und köstlich…

Nee, manches ist so niedlich, was über allerlei Medien in die Welt hinaus getragen wird und von der konsumierenden Allgemeinheit als bare Münze angenommen wird.

Da schreibt mir neulich so ein netter Leser…. Brian, ich nenne ihn hier einmal Brian…, dass er vor kurzem „den Shetland Krimi“ im Fernsehen gesehen habe, und ungeachtet dessen, welch grauenhafte Verbrechen „auf Euren Inseln passieren“, müsse das Leben dort ja wohl traumhaft sein.

Erinnert mich ein wenig an dieses ewig in ländlichen, germanischen Radiosendern dudelnde „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“…

Wo fange ich denn nun bloß an, mein lieber Brian…?

Vielleicht am Ort des Geschehens?

OK, also….

Auf den Shetlands war ich bisher nur ein einziges Mal, und das auch nicht touristisch, sondern weil ich dort zu einer Feier eingeladen war.

Ja, es ist schön dort. Schön, wenn du die Natur mehr liebst als die Menschen, denn von dem einen gibt es so wunderbar viel mehr als von dem anderen.

Es ist unfassbar toll auf den Shetlands, wenn du nichts dagegen hast, jeden Tag mindestens einmal bis auf die Knochen nass zu werden.

Mehr kann ich dir dazu leider nicht sagen.

Was?

Nein, …“Brian“, die Shetlands haben mit Schottland in der Tat nicht so viel zu tun. Sie gehören politisch dazu, ja. Wie eben auch Sachsen politisch zu Deutschland gehören mag und trotzdem irgendwie in einer Zeit vor unserer Zeit stehen geblieben ist, nicht wahr?

Sie sprechen eine Sprache dort, die … wir kürzen es einfach mal ab, denn ich mag die Menschen auf den Inseln da oben. Ich möchte nicht mit ihnen dort leben müssen, aber zum Glück muss ich das ja auch nicht… Mit mir würden die auch nicht leben wollen…

Lieber Brian, was mich stört, ist dieses einfache Fürbaremünzegenehme einer gewissen Gegend, nur weil es in Eurem Staatsfernsehen für Euch so dargestellt wird!

Ich könnte dir Geschichten darüber erzählen, an welchen Locations solche seichten Samstagabendkrimis für Eure Gebühren tatsächlich produziert werden, und du würdest dich sehr wahrscheinlich mehr als nur wundern…

Bedenke bitte: nicht nur dir wäre es an diesem traumhaften Ort an mindestens zweihundertfünfzig Tagen im Jahr zu kalt, zu nass, zu stürmisch und zu dunkel, sondern auch dem teuer bezahlten Film Team. Die würden in aller Regel nach spätestens acht Tagen wieder frustriert abreisen und das Weite suchen.

Ich habe in so viele erstaunte Gesichter gesehen bei meinen damals sehr beliebten und immer sehr schnell ausgebuchten „Film Location“ Touren, dass ich irgendwann beinahe Mitleid mit diesen Leuten bekommen konnte….

Aber hin und wieder ist es eben auch mal Zeit für unbequeme Wahrheiten, die einfach mal ausgesprochen werden müssen.

An die Brians dieser Welt: hört auf, Euch ein Bild des Planeten zu machen, indem Ihr dusselig vor Eurem TV-Gerät sitzt und Euch berieseln lasst.

Das tollste Heimkinoformat-Smart-TV kann das tatsächliche Erlebnis niemals wiedergeben geschweige denn ersetzen oder gar toppen!

Ich habe es immer wieder erlebt, wenn die staunenden und begeisterten Reisegruppen mitten in der Wildnis nach der Pause wieder klitschnass zurück in die LandyLady kletterten: es machte ihnen nichts aus. Die waren happy.

Einmal habe ich exklusiv eine Tour über 14 Tage durch die Highlands mit einem Paar gemacht, das als äußerst prominent galt und das private Bilder für die Öffentlichkeit nur von sonnigen Stränden südlich des 45. Breitengrads freigab.

Wir hatten wirklich bemerkenswert schlechtes Wetter, die gesamte Zeit.

Das Dachzelt war zum Glück vor jeder Tour frisch imprägniert, so dass die beiden da oben auf dem Dach der Lady trocken übernachten konnten, aber selbst mir taten sie irgendwann sehr leid, denn ich wollte ja auch, dass es meinen Gästen immer gut gefiel.

Auf dieser Reise gefiel es irgendwann nicht mal mehr mir selber, so viel Wasser hatten wir von oben zu ertragen, aber ich bekam zwei Wochen danach von den beiden einen begeisterten Brief: „scheiß auf das Wetter, aber wir haben noch niemals so etwas schönes gesehen, tausend dank!“

Noch haute haben wir regelmäßigen Kontakt, wir haben noch einige Touren gemacht, meist nur über wenige Tage, aber immer sehr intensiv.

Ich bekam vor kurzem eine Nachricht von ihnen, sie würden gerade von den Strömungen ihres Meeres viel zu weit vom Wesentlichen des Lebens abgetrieben und ob ich sie nicht mal wieder erden und in die Highlands zurück holen könnte…

Nun sitze ich hier.

Am Feuer.

Vor meinem Haus.

Der letzte, sehr ergiebige Regenguss ist gerade abgezogen und unten auf der großen Insel  scheinen die Cuillins wieder hell im Licht zu leuchten.

In der Abendsonne.

Ich rieche den Rauch.

Ich höre den Strubbeligen auf seiner Gitarre spielen.

Singe mit ohne die Worte zu hören und zu kapieren, die ich mitsinge.

Emotionale Automatismen.

Wie bewege ich mich in einer Welt zwischen virtuellem Perfektionswahn und urban-ökologischen Fluchtvisionen?

Nein, ich werde nicht mehr tage- oder wochenlang mit fremden Menschen in einem Auto durch menschenleere Landschaften fahren.

Nicht, weil ich etwas gegen die Leute hätte.

Mir liegt nur die Landschaft zu sehr am Herzen…

Da unten im Mondlicht glitzert der Sund. Ich kenne ihn mittlerweile ganz gut. Seine Strömungen erkenne ich auch bei diesem diffusen Licht. Wer weiß, worauf er achten muss, kann sie sehen.

Die Riesenhaie, diese wundervollen sanften Giganten, die mit weit aufgerissenem Maul direkt unter der Wasseroberfläche schwimmen und das Meer nach Plankton durchfiltern.

Sie streifen in diesem Sommer in großer Zahl durch den Sund.

In mir reift eine Idee…

Ich gehe ins Haus. Schließe die Vitrine mit den Schätzen auf.

Schenke ihm einen ein.

Einen ganz besonderen…

Die Flasche wurde vom Masterblender der Distillery persönlich abgefüllt und signiert.

Dieser Whisky wurde in dem Jahr destilliert, in dem der Strubbelige geboren wurde. Auf Flaschen gezogen wurde er tatsächlich exakt an dem Tag, als wir beide heirateten.

Unbezahlbar.

Ein unbezahlbarer Dram für eine völlig verrückte Idee…

„Schönheit“, sagt Peter einen Moment später, „ich hab keine Ahnung, was du vor hast… aber es muss ein ziemlich geiler Plan sein…“

Ich lächle still.

Der erste Schritt ist immer der wichtigste.

Er ist getan.

Ich nehme mir vor, den Masterblender anzurufen und ihm eine ganz andere Idee zu unterbreiten.

Aber das wäre wohl eher was für einen ganz anderen Artikel.

Einen neuen.

Vielleicht einen spannenden…

 

Verfasst von: LaScotia | Juli 28, 2019

Gestörte Königin

Sie kreist hoch über uns.

Oft hören wir sie, wie sie schrill ihre Rufe ausstößt.

Ein hochtöniges Gefiepe, ganz anders als man es von einer solchen Majestät erwarten würde.

In dieses Gefiepe mischt sich manchmal ein anderes Geschrei.

Hochfrequent, schrill, panisch, zumindest sehr aufgeregt.

Dann wird es immer spannend für uns.

Die Beobachter von hier unten.

Fasziniert beobachten wir eine immer größer werdende Gruppe kleiner, aufgeregter, aber sehr selbstbewusster Seeschwalben dabei, wie sie gemeinsam die um ein Vielfaches größere, stärkere und sicher auch kräftigere Seeadler-Dame in ihrem Jagdverhalten und ihrem normalen Routinerevierflug so dramatisch stört, dass diese irgendwann klein bei gibt und verschwindet.

Mein geliebter Geofritze, der Wissenschaftlicher, erklärt kühl, dass auch Seeadler im Grunde nur einfache Futteropportunisten sind und sich natürlich nicht wirklich von den kleinen Seeschwalben verjagen lassen.

Sie wollen nur ihre Ruhe.

Und doch sitze ich wissenschaftlich eher skeptisch da und denke mir:

Warum können nicht auch wir Menschen uns einfach mal im kleinen zusammentun und die vermeintlich großen, starken verjagen…

Verfasst von: LaScotia | Juli 25, 2019

Tropeninsel

30°C!

Man musste heute nicht an einen Messfehler glauben beim Blick auf das Thermometer.

Der Gang nach draußen reichte völlig, um die Korrektheit der Anzeige zu verifizieren.

Ich lebe jetzt schon eine ganze Weile hier.

Die schon länger hier mitlesen wissen, dass ich mich auch davor schon sehr oft und regelmäßig im Land meines Vaters aufgehalten habe.

30° auf den Hebriden?

Ich hätte sehr teure Wetten verloren, wenn mir das einer vor Jahren mal gesagt hätte.

Schon damals auf dem großen Schiff fand ich den tropischen Dauersommer immer eher abschreckend.

Dass sowas jetzt zu uns kommt..,

Zum Glück war’s nur ein temporäres Glück hauptsächlich für die Touristen, denn ab Sonnabend bekommen wir unser normales Hebridensommerwetter ja schon wieder zurück.

Dann genieße ich wieder den morgendlichen Gang nach draußen bei 14-17° und leichtem Sprühregen…

Was für eine verrückte Welt, oder, Freunde?

Verfasst von: LaScotia | Juli 23, 2019

sex

Was?

Nein!

Sorry.

Falsch geschrieben.

Und Ihr glaubt jetzt wieder an irgendeinen feuchten Zusammenhang…

Das tut mir leid.

Nee, im Ernst jetzt, ich wollte ja nur über die Zahl hinter dem Begriff berichten.

Und über die Schwierigkeiten, die Begriff (also der in der Überschrift) und Zahl so mit sich bringen.

Bringen können.

Also überhaupt…

Naja, vergesst das mal fürs erste.

Vielleicht komme ich ja später noch mal auf Euch zurück..,

Verfasst von: LaScotia | Juli 17, 2019

Leserwünsche

… und ihre Erfüllungen.

„Mach doch mal was mit Nippeln!“, bittet Frank aus Lünen.

Zwei Fragen dazu, Jungs:

1.) Hatten wir das nicht schon mal?

2.) Wo zum Honk liegt „Lünen“???

Lieber Frank, meine Güte, warum eigentlich nicht…

So here we go guys:

Zufrieden?

Verfasst von: LaScotia | Juli 17, 2019

Einfach mal

… die Dinge selbst in die Hand nehmen…

Verfasst von: LaScotia | Juli 16, 2019

Just waiting

… for him to give me what I’m craving…

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Verfasst von: LaScotia | Juli 11, 2019

Nessa

Ich bin so stolz auf meine Große!

Sie trägt ihre bunte Schiene an der linken Hand mit einer Würde und einem Enthusiasmus, dafür liebe ich sie.

Das tue ich ja sowieso, aber nun…

Seit die Schmerzen aufgehört haben, ist Emily Zoë ja sowieso wieder ganz obenauf.

Musste Shauna anrufen und ihr stolz berichten, was sie alles erlebt hat heute.

Ich habe übrigens gegen Pete eine Wette verloren heute (und ich hasse mich dafür!).

Ich war überzeugt davon, dass Zoë heute bei uns würde schlafen wollen. Nach diesem schlimmen Tag.

Peter hielt dagegen.

Und dann kommt Princess No 1 nach dem Zähneputzen zu mir und sagt sehr ernst:

„Mom. Ich will, dass Nessa heute bei mir schläft!“

Ich hätte weinen können.

Sie sagt nicht „Gillian“ zu ihrer kleinen Schwester, sondern nennt sie „Nessa“.

Immerhin hat sie der ja ein Stück weit ihre Schmerzen und ihre schicke, bunte Schiene um die kaputten Finger zu verdanken.

Und doch möchte sie, dass ihre Schwester heute Nacht bei ihr ist.

Peter grinst mich an und meint nur: „Gewonnen“…

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