Verfasst von: LaScotia | April 14, 2021

Dicke (•)(•) Komplimente

Ab Freitag dürfen wir uns wieder sehen.

Dürfen im Land hin und her reisen.

Nun gut… wir reisen nicht.

Aber Oksana und Ben tun es.

Und zwar vom schönsten aller Schönen, Loch Lomond, direkt auf unsere kleine Insel.

~~~

Am späten Abend liegen wir im Bett, der Strubbelige und ich.

Ich spiele ein bißchen an ihm herum, genieße den herrlich herben Duft und Geschmack, genieße das, was er tief unten mit flinken Fingern tief in mir anstellt, und ja… ich habe ihn bald soweit.

Völlig unvermittelt lasse ich ihn los.

„Hey, was machst du? Was soll das?“, fragt Peter entsetzt.

Ich drehe mich zu ihm hoch, streife ihn dabei mit meinen Brüsten und gebe ihm einen Kuss.

„Mein Süßer“, flüstere ich ihm leise ins Ohr, „ich bereite dich vor. In deinem geliebten Sport heißt so etwas ‚Trainingslager‘. Am Wochenende kommt die, die du schon über ein halbes Jahr nicht mehr hattest. Und da erwarte ich von meinem Gatten, dass er sie nicht enttäuscht…“

Zur Belohnung bekomme ich einen heftigen Schlag auf den Arsch. Gut, das tut dem nichts, der nimmt allmählich die Konturen eines Forstpferdes an…

„McSomething“, sagt mein heißer Geobiologe mit einer wunderschönen Erektion, „du bist ein Teufel mit Titten!“

Verfasst von: LaScotia | April 9, 2021

Im Regen

Ich stehe – natürlich! – mal wieder im Regen.

Bin mit Gillian und Naomi hoch zu den Rindern gefahren.

Es hat geregnet und geschneit zwischendurch, es war lausig kalt, aber verdammt noch mal, wir hatten Spaß!

Fast alle Familienweiber unter sich.

Zoë wollte lieber mit Daddy rausfahren zu den Hummerkörben und hat sich dafür auch bereit erklärt, Johnny mitzunehmen und auf ihn acht zu geben.

Wir haben unsere Highland Rinder gefunden, wir haben sie gestreichelt und frisiert und ihnen Leckerlis zu naschen gegeben.

Als wir nach Haus kommen und ich wieder Empfang habe, lese ich dann die Meldung.

Er ist gestorben.

Mit 99.

Ich kannte ihn nicht. Ich kenne niemanden aus der Familie.

Und dennoch… ich bin tieftraurig.

Es muss eine große Liebe gewesen sein, über sieben (!) Jahrzehnte.

Sehr viele Menschen werden gar nicht so alt, wie diese beiden verheiratet waren.

In dem Moment ist es mir egal, ob wir über die Königin reden.

Ich denke einfach nur an die Frau. Den Menschen.

Sie wird morgen früh – wenn sie denn überhaupt Schlaf findet – zum ersten Mal nach fast mehr als einem Menschenleben ohne ihn aufwachen.

Was mag in ihr vorgehen?

Mehr als jeden anderen Menschen wünsche ich unserer großartigen Königin, dass sie einfach mal die Tür hinter sich zuknallen und aus tiefer Seele flennen kann.

Es hilft nicht wirklich weiter. Aber manchmal kann es befreien.

All meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen Stunden bei der königlichen Familie.

Sie haben einen geliebten Menschen verloren, der die große Gnade hatte, bei guter Gesundheit, sehr alt werden zu dürfen.

HRH Prince Phiip sah Kinder, Enkel und Urenkel aufwachsen. Er war der Fels in der Brandung und stand seiner geliebten Frau, HRH Queen Elizabeth II. immer zur Seite.

Am Abend sagt Peter am Feuer zu mir: „Einer bleibt immer zurück. Versprich mir, dass du weiter glücklich sein wirst, wenn ich mal vor dir davonsegeln werde.“

Es gibt Gedanken, die kann ich einfach nicht zulassen. Mir segelt niemand davon!

Ob sie das auch so sieht in ihrem riesigen und jetzt so leeren Schloss?

Verfasst von: LaScotia | April 8, 2021

Leben im Zeitraffer

Das ist das, wie man es zur Zeit bei uns am besten erklären kann.

An einem normalen Tag, so heißt es hier, erlebst du in den Highlands und auf den Inseln alle vier Jahreszeiten innerhalb von 24 Stunden.

Seit einiger Zeit (für die ich das Gefühl mittlerweile komplett verloren habe), dauert also ein … „normaler Tag“ bei uns also im Schnitt nur noch 4 bis max. 6 Stunden.

In diesem Zeitraum wirbelt hier alles wild durcheinander.

Es regnet. Was heißt Regen… nein, das Wasser stürzt in gewaltigen Einheiten praktisch von überall gleichzeitig auf dich ein.

20 Minuten danach ziehst du die Jacke aus und überlegst, warum du die Sonnencreme nicht mitgenommen hast. Verdunstende Dampfschwaden wabern dir um die Füße, und wo wir uns eben noch zurück ans warme Torffeuer gesehnt haben, herrschen jetzt plötzlich 22° und die üblichen das Frühjahr ankündigenden Singvögel transportieren unbeeindruckt Nistmaterial in ihre Bruthöhlen und Haufennester.

Von weiter draußen siehst du dann mit einem Mal große weiße Schaumkronen vom Minch in den Sund wandern. Nein, eher laufen. Rennen! Rennen trifft es besser. Die Sonne interessiert das nicht im geringsten, sie scheint weiter und weiter.

Unten im Sund siehst du, wie der Sturm auf dich zukommt. Keine gute Idee, jetzt mit dem Boot draußen zu sein. Und dann sackt die Temperatur von 22° auf 8° in vielleicht einer halben Minute, und aus dem lauen Frühlingslüftchen werden im Nu 9 bis 10 Beaufort und versuchen, dich von den Füßen zu holen.

Eine Stunde geht das so, vielleicht etwas mehr oder weniger. Dann alles vorbei. Ruhe. Der Sund wieder ein Ententeich, aus dem die Delphine fröhlich springen und ihre spektakuläre Flugshow zeigen, der Old Man drüben auf der anderen Seite steht noch genauso ruhig da wie seit Millionen von Jahren, und die Sonne kommt zurück.

Mit ihr aber keine frühlingshaften Temperaturen, sondern arktische Kälte.

Und diese eisig-grauen Wolkengebirge, die sich jetzt da drüben auf Lewis und Harris auf den Weg machen, sie verheißen nichts Gutes und sie kommen erstaunlich schnell auf uns zu.

Es ist das schöne daran, wenn du von relativ weit oben so einen schönen Blick aufs Meer hast, du siehst immer schon rechtzeitig, was es diesmal in deine Richtung jagen will.

Also kann ich die Rasselbande noch gerade rechtzeitig einfangen und hier unters Dach holen.

Vor 20 Minuten hatten wir noch 8°, jetzt sind es plötzlich nur noch 2. Minus, wohlgemerkt!

Dann geht die Wettershow auch schon los, und dicke, weiße, klebrige Flocken verwandeln die Welt um uns herum innerhalb weniger Minute in eine zauberhafte Winterlandschaft.

Kurz danach geht der Schnee in Regen über und wir beginnen wieder von vorn…

Hin und wieder dreht das Wetter dann mal um und kommt von der anderen Seite, von unten aus dem Gebirge.

Dann dauert so ein ganz normaler Tag mit seinen vier Jahreszeiten auch schon mal etwas länger, vielleicht 6 Stunden oder so.

Aber die Vögel interressiert das nicht, sie sammeln Zweige und Moos für ihre Nester. Die wissen, dass sich der Frühling nicht mehr aufhalten lässt.

Eichhörnchen kämpfen um die besten Bäume und Futterplätze, und auf der anderen Seite der Insel hat Peter vor ein paar Tagen mit Zoë und Naomi einen Otter gesehen.

Unsere Seeadler übrigens bauen ja über viele Jahre an ihrem Nest herum. Die schleppen Äste durch die Luft, da denkst du nicht, dass ein Vogel sowas schaffen könnte… Manchmal wird so ein Adlerhorst so riesig, dass der Baum unter ihm zusammenbricht und alles abstürzt. Dann suchen sie sich einen neuen Baum in der Nähe, sammeln den ganzen Müll auf und fangen wieder von vorne an…

Irgendwann fängt Willy der Hund an zu fröhlich durchzustarten und rennt los. Er bellt ja zum Glück nicht, kläffende Köter kann ich ja überhaupt nicht leiden. Kommt nach einer Weile wieder angerannt und hat Sally im Schlepptau.

Sie ist mittlerweile eine ältere Dame geworden und bewegt sich nicht mehr ganz so hastig wie noch vor ein paar Jahren, aber sie kommt immer noch regelmäßig vorbei getrottet, wie um nach dem Rechten zu sehen und natürlich auch, um sich ein paar Streicheleinheiten und Leckeres abzuholen.

In ihrem dicken, verfilzten Fell hängt noch der Schnee, aber das stört die Kinder natürlich nicht. Sie rennen begeistert auf Sally zu und die genießt es sichtlich, so total im Mittelpunkt der Liebe zu stehen.

Der aktuelle Vierstundenzyklus ist zu Ende und beginnt wieder bei Null.

Diesmal in einer geänderten Abfolge, wir starten mal wieder mit ergiebigen Schneefällen…

Nun glaubt mal aber bloß nicht, dass das die Kinder auf dem Croft derer vom Clan Something in irgendeiner Form beeinträchtigen oder gar von ihrem Spaß abhalten würde.

Peter steht drüben in seiner Werkstatt und sieht durch die offene Tür zu mir herüber.

Ich gebe ihm ein stummes Zeichen, dass er drüben bitte mal den großen Ofen anfeuern soll, die kleine Bande gehört nachher einmal kurz durch den heißen Whirlpool gezogen, bevor sie sich irgendwas erkältungstechnisches einfangen kann.

Ja, liebe Leute, und so trotzen wir hier oben den Elementen und all dem Wahnsinn, der gerade auf der Welt passiert und warten in Ruhe und im Zeitraffer ab, was noch alles so auf uns zu kommt…

Verfasst von: LaScotia | März 27, 2021

Eine Sache für Papageien

Eine graue, verwelkte Pappel.

Spindeldürr und ausgelaugt, des Lebens überdrüssig, reckte sie ihre schutzlosen, dünnen Ärmchen in die Luft.

Sie, die sicherlich über ein enormes Wissen verfügte.

Leider aber nicht darüber, wie man es jungen Menschen vermitteln konnte.

Doc Something.

Ich fand diesen alten Tagebucheintrag vor einiger Zeit und denke, dass das was für Euch sein kann.

Denn schließlich hat doch jeder von uns irgendwann im Laufe seiner schulischen Ausbildung einen Lehrer wie meine verehrte … (wer in diesem Artikel nach der Lüge sucht: DAS war sie!) Frau DOKTOR Doc Something (ihr wahrer Name tut nichts zur Sache) über sich ergehen lassen müssen, nicht wahr?

Besagte Frau Dok-tor also, und sie ließ ihren akademischen Titel auch genauso von ihren Schülern aussprechen, mit deut-licher Betonung auf der ersten Silbe!, sie fand es irgendwann eine coole Idee, ihre Schüler damit zu drangsalieren, etwas zu lernen, das mit „lernen“ nun wirklich nichts zu tun hat.

Kurz vor den Ferien zu Ostern war es gewesen.

In meiner ursprünglichen Erinnerung waren wir da schon wieder in der Nähe meiner Oma, aber mein altes, vergilbtes Tagebuch hat mich eines besseren gelehrt: es war in der kurzen Zeit, als wir in Rom waren, aber für den eigentlichen Erzählstrang ist das kaum von Belang, würde ich sagen.

Diese Frau Dok-tor also fand, es wäre jetzt – rein pädagogisch natürlich – eine gute Idee, ihre Schüler den OSTERSPAZIERGANG lernen zu lassen.

Auswendig.

Habt ihr je etwas AUSWENDIG gelernt?

Dann wisst ihr ja, was für ein Blödsinn das ist.

Aber immer der Reihe nach…

Am Tag nach den Osterferien stand die dürre Pappel regungslos und in ihr graues Kostüm gehüllt vor der Klasse.

„Jaaa nuun… ich hatte ja mit ihnen vor den Feiertagen besssprochen… „

(CUT: die meisten Menschen in Deutschland, die ich kenne, sagen: „beschprochen“, obwohl es ja tatsächlich geschrieben anders da steht. Doc Something sssprach es aber sehr deutlich und sehr … meine Mutter nannte es: hanseatisch, mit getrenntem s und p aus. „Besssprochen“. Ich konnte mich jedesmal wegschmeißen…)

„… dass sie… “

Und in diesem Augenblick lässt die dürre, graue Pappel einen Blick über ihre 18 Schüler kreisen, wie ich ihn viele Jahre später in einer Naturdoku über Greifvögel sah, und sie erinnerte mich fatal an einen Habicht, der vom hohen Baum aus jede einzelne Maus auf der Wiese unter ihm im Blick hat und nun genüsslich entscheidet, welche er zum Dinner verspeisen wird…

…“den Osterssspaziergang von Herrn von Goethe rezitieren können sollen…“

… der Habicht lässt den Blick kreisen und fällt sein vernichtendes, finales Urteil…

„… Camilla Florränze, wenn du denn mal so frreundlich sein möchtest und uns mit den ersten Zeilen erfrreuen könntest…“

Ich erspare uns allen jetzt die ermüdende Diskussion mit der Pappel über die korrekte Aussprache meines zweiten Vornamens.

Aber allein dieses provokativ geplärrte „Florrränze“ ließ mir natürlich schon mal wieder alle Haare senkrecht stehen, und so blieb mir nichts anderes übrig, als dieser untoten Nebelkrähe den finalen Fangschuss zu verpassen, indem ich etwas tat, was mir ansonsten Zeit meines Lebens unendlich schwer fiel und bis heute fällt: ich schwieg!

„Camilla Florränze… darf ich dein schweigen richtig deuten? Du bist nicht in der Lage, hier und heute den Osterssspaziergang des Herrn von Goethe zu rrezitieren?“

„Korrrrekt, Frrrau Dok-torrr“

„Aa…ha! Und möchtest du uns auch verrraten, warrum sich dieser bedauerliche Umsssstand so verhält, Camilla Florrränze?“

„Wissen Sie, Frrrau Dok—toor, ich glaube, reines auswendiglernen und rezitieren ist eine Sache für Papageien. Oder Beos. Wissen heißt wissen wo es steht!“

Im weiteren Verlauf des Tages wurde meine Mama aus der Botschaft in die ehrenwerte Schule zitiert und musste Rede und Antwort stehen, warum ihre renitente Tochter die geschätzte Lehrerin Frau Dok-tor Something dazu gebracht hat, im Kollegium vor allen anderen eine halbe Flasche Grappa auf Ex zu kippen und somit den Rest des Schultages zu …

verpennen…

Ach Freunde, alte Tagebücher sind doch manchmal wirklich… lustig!

Hattet Ihr auch solche Vorzeigekapazitäten an Euren Schulen?

Verfasst von: LaScotia | März 17, 2021

Ideen- und konzeptlos

… bin ich gerade, was meine „Kreativität“ an der Tastatur betrifft.

Habe eine Menge Entwürfe, aber alles irgendwie so… ausgelutscht, wieder gekäut.

Mich tröstet, dass ich damit offenbar nicht allein bin, wie ich vorhin bei Wendy lesen konnte.

Nein, ich glaube auch von meinen Lesern nicht, dass ich ihnen die Bedienung einer Waschmaschine erläutern muss.

Und übrigens, ich lege nach wie vor NULL Wert darauf, einfache Sätze wie den vorangegangen mit umständlichen Sternchen oder -innen Formulierungen aufzublähen, ohne ihnen dadurch auch nur einen Hauch mehr Inhalt zu verpassen.

Wem dieses … „gendergerechte“ Geschwurbel hier fehlt, sucht sich ohnehin lieber ein anderes Blog.

Vielleicht auf einem netten Feminismusportal? Dort ist die Gefahr vermutlich kleiner, auf jemanden wie mich zu stoßen, oder?

Ich meine, welche echte Feministin lässt sich schon freiwillig ans Bett fesseln und die ganze Nacht durchvögeln – von mehr als einem einzelnen Menschen?

Nicht, dass ich zu derlei wundervollen Aktionen zur Zeit besonders viel Gelegenheit hätte. Mit einer kleinen Armee immer mobiler und neugieriger werdender künftiger Erben verschiebt sich der hormonelle Fokus sehr kräftig in Richtung des druckentladenden Quikies zwischendurch.

Nunja… es mag die Hauptsache sein, dass es uns allen hier oben in der Wildnis sehr gut geht.

Was man nicht von allen sagen kann. Erinnert sich noch jemand an meinen Bruder?

Er liegt auf einer Intensivstation und wird beatmet.

Peter meinte, ich solle zu ihm, um mich mit ihm zu versöhnen, solange wir noch die Gelegenheit dazu hätten.

Genau.

Ich fliege mal eben nach Norwegen, begebe mich in Quarantäne, werde da vermutlich als lebendige B117-Variante vergessen und verrotte.

Keine gute Idee, wie ich finde.

Stattdessen werde ich mir gleich ein paar Freiwillige suchen, die Lust haben, mit mir rauszufahren und was leckeres aus dem Meer zu fangen, damit heute Abend alle schön satt und zufrieden ins Bett fallen und Mom davon träumen lassen, sich mal wieder mit verbundenen Augen ans Bett fesseln zu lassen…

Verfasst von: LaScotia | Februar 21, 2021

Eilige Tanzmaus

Meine Güte, Liebste, so eilig wie gestern hattest du es ja noch nie!

Was war los mit dir, hattest du ein Date im Himmel?

Und wenn ja, stellst du sie mir irgendwann mal vor? Oder ihn? Bei dir darf man ja nie sicher sein…

Punkt Achtzehn Uhr Acht Berliner Zeit stand wieder deine Kerze in meinem Fenster und hat dir den Weg geleuchtet.

Es hat diesmal, SIEBEN Jahre danach!, nur wenige Sekunden gedauert, und du hast sie gefunden und ausgepustet.

Dabei hast du uns sicher gesehen, wie wir alle darum am Fenster versammelt waren.

Meine süße und liebste Sandra, kennst du noch den alten Spruch, dass die Zeit alle Wunden heilen wird?

Ich weiß ja nicht, was für eine Zeitrechnung ihr da oben habt, aber ich kann dir sagen, hier unten bei uns tut die Zeit einen verdammten SCHEISS!

Okay, ich heule nicht mehr Rotz und Wasser, wenn ich an dich denke oder über dich schreibe, und wenn gestern war es sogar ganz lustig am Fenster mit deiner Kerze.

Aber die Narbe, die du in meiner Seele hinterlassen hast, geliebte wilde Irre, sie will sich ja nicht mal ein kleines bisschen bemühen, zuzuwachsen…

I know where you go to, my lovely
When you’re alone in your bed
I know the thoughts that surround you
‚Cause I can look inside your head

Abends sitzen wir dann zusammen, singen unsere alten Lieder, skypen mit Ben und Oksana, schauen alte Fotos und irgendwann kann ich dich spüren.

Da krabbelst du wieder unter meine Wolldecke, schiebst zwei, drei Kinder beiseite, lachst dein kehliges, heiseres Lachen, von dessen Klang ich immer noch geil werde, und flüsterst mir leise ins Ohr:

„Verdammt noch mal, Fredriksson, was bist du bloß für ’ne fette Kuh geworden!“

Und ja, danke, Van Eessen, ich liebe dich auch. Bis ganz immer. ❤️😘

Verfasst von: LaScotia | Februar 17, 2021

Treulose Tomate

… ist für mich eines der schlimmsten Schimpfwörter in der deutschen Sprache.

Und doch muss ich kleinlaut gestehen, dass ich eine solche wohl bin.

Liebe Leute, ich freue mich, dass ich im Moment wieder einigermaßen regelmäßig zum bloggen komme.

Das Leben hielt für mich in der letzten Zeit durchaus genügend andere Beschäftigungen vor, leider…

Ich darf Euch sagen: ich lese jeden einzelnen Eurer Kommentare und jede einzelne Eurer Emails.

Ich freue mich sehr über Euer Feedback.

Und ich verspreche Euch: ich werde Euch antworten.

Ganz großes Inseldivaehrenwort.

Ihr seid toll. ❤️

Verfasst von: LaScotia | Februar 17, 2021

Ganz die Mutter

Mom ist schwer beschäftigt und werkelt in der Küche herum, damit all die hungrigen Mägen im Clan derer von McSomething auch ausreichend gefüllt werden.

Daddy sitzt mit seiner Erstgeborenen am Küchentisch und und unterstützt sie beim Umgang mit dem iPad und den Rechenaufgaben, die sie von der Lehrerin online bekommen hat.

Naomi und Johnny spielen in einer faszinierenden Phantasiewelt, in der Dinosaurier, Robben und Rennautos sich glänzend verstehen.

Gillian hilft Mom mit der Vorbereitung für den Kuchenteig.

Wer nun in welcher Reihenfolge warum und womit nicht genau aufgepasst hat, ist eigentlich relativ egal, denn es ändert das Ergebnis nicht:

Mit lautem Gepolter macht Gillian einen Schritt zu viel zur Seite und fällt von der kleinen Arbeitsbühne herunter, die Peter vor einiger Zeit für die Kinder gebaut hat, damit sie auf die Arbeitsplatte schauen können und nicht nur von schräg unten deren Kante sehen.

Keine Sorge, wir reden nicht über alpine Höhenunterschiede, die Kinder fallen dauernd irgendwo hin und runter, stehen auf und toben weiter.

An der Stelle ist also nichts passiert. (Nur mal so als kleine Entwarnung, falls die Eingreiftruppe der mitlesenden Helikoptereltern gerade wieder den Krisenmodus ausrufen will…)

Nun hat mensch aber die reflexhafte Angewohnheit, sich irgendwo festhalten zu wollen, wenn es spontan abwärts geht.

Das hat die Natur meiner Meinung nach auch gut eingerichtet, aber wie wir sehen, gibt es halt auch an dieser Stelle durchaus noch evolutionäre Luft nach oben.

Denn was nützt es, wenn man – in diesem Fall die unglückliche Gillian Vanessa McSomething – sich ausgerechnet an der großen Rührschüssel festhalten will, in die Mom soeben ein knappes Dutzend Eier geschlagen hat?

Auch an dieser Stelle besteht kein Anlass für die chronisch alarmbereite Elternpolizei, hektisch zum senkenden Blutdruckmittel greifen zu müssen, denn Schüssel und Rührbesen sind aus unkaputtbarem Plastik.

Die Eier aber, die Mom eigentlich zur Hälfte fürs Essen und zur anderen Hälfte für den Waffelteig vorgesehen hatte, sind leider unrettbar verloren. Dafür aber aber sehr dekorativ über Gillian verteilt. Von oben bis unten.

Der erste Schockmoment ist sehr schnell überstanden, als allen klar wird, dass außer einer großen Menge frisch geschlagener Eier, die sich erstaunlich gleichmäßig über Princess of the Isles No 2 ergossen haben, nichts weiter passiert ist.

Um die klebrige Sauerei nicht durchs ganze Haus zu verteilen, ist jetzt eine klare Kommandostruktur und verständliche Ansprache vonnöten.

Und so befiehlt Mom Gillian, die gesamten, klebrigen Klamotten hier und jetzt auszuziehen, sich dann waschen zu gehen und was neues anzuziehen.

Der kleine Nackedei kann schon wieder sehr fröhlich lachen, als die Sachen in der Spüle liegen, wo Mom sie grob vorwaschen kann, bevor das alles in die Waschmaschine kommt.

„Okay“, sage ich, „dann werde ich mal schauen, ob ich noch ein paar Eier im Stall finde.“

„Nee, das mach ich!“, spricht Gillian ein Machtwort, „ich hab die ja auch runtergeschmissen.“

Sie ist schon auf dem Weg zur Tür, als Mom‘s bellender Kommandoton sie kurz abbremsen lässt: „Stop! Süße, so gehst du nicht raus! Wir haben 6° und es regnet!“

„OK, Mom.“

Und noch bevor ich zu weiteren Maßnahmen greifen kann, hat Gillian sich ihre Gummistiefel angezogen und einen knallgelben Regenhut auf den Kopf gesetzt, der etwas zu groß ist, schnappt sich den Korb und …

Peter und Zoë stehen plötzlich neben mir und zu dritt schauen wir diesem nackten kleinen Kinderpo hinterher, der von gelben Gummistiefeln und einem zu großen Regenhut eingerahmt wird und draußen von einem fröhlichen Willy begrüßt wird.

„Sie ist eben ganz die Mutter.“, flüstert Pete mir ins Ohr, als Gillian im Hühnerstall verschwindet.

Verfasst von: LaScotia | Februar 15, 2021

Eiweißschock?

Der Korb war zum Bersten voll.

Ein Hummer, der aber zu klein war. Den warfen wir zurück ins Meer. See you next time, buddy…

Aber unglaublich viele Langostines und sogar eine Handvoll Scallops hatte sich in den Korb verirrt.

Wir waren weit draußen, und allein die Rückfahrt nach Hause dauerte über drei Stunden.

In der Zeit übernahm Pete das Ruder und Zoë, und ich verschwand mit Gillian, John und Naomi unter Deck, versuchte sie noch so weit zu bespassen, dass sie bettschwer müde wurden und kümmerte mich dann um das Abendessen.

Die Scallops haute ich sofort in die Pfanne. Je vier für Pete und mich, eine für Zoë.

Habt Ihr je Scallops aus dem Meer geholt und nur wenige Minuten später nur mit etwas Olivenöl gebraten und direkt aus der Pfanne gegessen? Dann wisst ihr: es gibt legale Drogen, die wundersame Dinge bewirken…

Auch die Große wird irgendwann müde nach einem ganzen Tag auf See und ich bringe sie nach unten. Zähneputzen, kurze Gutenachtgeschichte, augenblicklicher Tiefschlaf.

Wie sehr ich Kinder für diese Fähigkeit beneide.

Als ich wieder nach oben ins Steuerhaus komme, wird es langsam dunkel.

Der Wind hat zugenommen, die Lady stampft durch unangenehm werdende, kabbelige Anderthalbmeterwellen durch den Minch unserem heimischen Sund entgegen.

„Tolle Scallops, Schönheit. Danke dafür.“, sagt Peter leise und tut so, als würde er weiterhin Instrumente und Kompass im Auge haben.

Ich habe viel gelernt in unseren Jahren auf der Insel. Sehr viel.

Ein Blick auf das Radar: wir sind sehr allein hier draußen.

Ein paar Tipps auf das Display der Navigation. „Navigate to…“

„Home“

Tipp.

„Auto on“

Tipp.

Das Steuerruder bewegt sich wie von selbst, Pete lässt es los. Die Lady möchte jetzt gern etwas weiter nach Steuerbord.

Ich gebe dem unglaublichsten, verrücktesten und tollsten Mann in meinem Leben einen Kuss.

Einen von der Sorte, die er versteht.

„Raus mit dir!“, sage ich, „mach den Grill an. Ich hole die Langostines. Die will ich jetzt. Und dann dich!“

Etwas mehr als eine Stunde später spüren wir draußen an Deck, wie Lady sich selbstständig etwas auf die Seite legt und nach Backbord in den Sund steuert.

Noch eine halbe Stunde, dann sind wir zu Hause. Entscheiden spontan, über Nacht an Bord zu bleiben. Es wäre blöd, die Kinder zu wecken, nur um sie eine Viertelstunde später wieder in ihre kalten Betten zu legen.

„Ich fahre gleich kurz nach oben und hole den Hund.“, sage ich, küsse ihn noch mal und merke in dem Moment, wo ich aufstehe, wie ich wieder auslaufe.

Es kitzelt.

Ich lache.

Peter flüstert mir im Wind das süße Wort mit L zu…

Verfasst von: LaScotia | Februar 14, 2021

Auf hoher See…

… und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand.

Sagt ein altes Sprichwort der Juristen.

Lassen wir mal die Advokaten und ihren Paragraphenkram links liegen und kümmern uns um den ersten Teil.

Wir sitzen dick eingemurmelt am Feuer.

Es ist noch hell, denn wenn es erst dunkel wird, ist es hier zu kühl.

Peter zupft auf seiner Gitarre herum, ich versuche meine kleine Geige zu stimmen und Zoë übt sehr stolz auf ihrer neuen kleinen Holzflöte.

Gillian und John spielen im Hof und bauen eine Skulptur aus Schnee, die …. Schwamm drüber, es ist toll, was sie da bauen und in ihrer Fantasiewelt ist die Form natürlich eindeutig erkennbar.

Pete und ich finden tonmäßig zueinander und spielen eine Melodie. Lachen. Zwinkern uns zu.

Zoë legt irgendwann ihre Flöte beiseite und sieht uns sehr ernst an. Zwirbelt ihre langen Haare und sofort stellen sich meine Nackenhaare auf und signalisieren Alarm.

Wenn die Prinzessin so guckt wie jetzt, heckt sie irgendwas aus.

Etwas großes.

Bedeutendes.

Die Sechsjährige legt ihr Instrument beiseite.

„Mom! Dad!“

Aha. Jetzt wird es also ernst…

„Ich brauch ein eigenes Boot!“, bellt die Prinzessin übers Feuer hinweg ihren erstaunten Eltern entgegen.

Ich versuche, so unaufgeregt und unbeeindruckt wie möglich, die gerade angestimmte Melodie weiterzuspielen und registriere wohl, dass Pete spontan ein, zwei Akkorde in den Sand setzt.

Darauf vertrauend, dass einsetzende Dunkelheit einerseits und konzentrierter Gesichtsausdruck andererseits meinen sich vehement von unten in den Vordergrund drängelnden Lachflash verdrängen, frage ich – wie ich hoffe – so ruhig und ernsthaft wie möglich:

„Wohin wirst du dann damit fahren, Liebling“?

Emily Zoë McSomething ist sechs Jahre alt.

Noch liebe ich sie für ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein und ihre unerklärliche Zielstrebigkeit.

Mag sein, dass diese Liebe früher als befürchtet ins Gegenteil umschlagen wird, aber eine dunkle Stimme tief in mir mahnt mich zur Ruhe und erinnert mich an die ungefähr gleichaltrige Camilla Florence…

Mein Gott, ist das ewig her…

Wir wohnen, doziert Miniprofessor Zoë, auf einer Insel. Daher sei es nunmal notwendig über ein eigenes Boot zu verfügen, wenn sie denn…

… „die Welt da draußen sehen will!“

Und noch während meine Synapsen nach einer richtigen, erzieherisch korrekten, nicht verletzenden und gleichzeitig sehr verbindlichen Antwort suchen, legt Pete seine Gitarre beiseite, streckt die Arme nach seiner Erstgeborenen aus und ich merke, wie mich allein seine Stimme schon wieder willenlos macht:

„Komm mal her, Princess, was ist denn passiert?“

Tochter liegt in Vaters Armen und alles ist gut und gesagt und ich schwanke zwischen unendlichem Glücksgefühl und mordlüsterner Eifersucht.

„Mommy!!! Komma her!!!“

Gillians Stimme reißt mich aus diesen Gedankenwolken.

Und für diesen Moment vergesse ich, wo die Munition für unsere Jagdflinte sicher verschlossen versteckt ist.

Für diesen Moment bin ich einfach nur der größte Fan der kleinen Schneebande, die etwas abseits ganz allein einen… eine… also… Mischung aus Schneemann, Einhorn und Pinguin gebaut hat….

So hätte mir vor zwölf oder fünfzehn Jahren mal jemand den Begriff Liebe erklären sollen. Vermutlich hätte ich Sandra vorher noch zu Tode gevögelt und wäre dann selbst über Bord gesprungen.

Direkt ins Maul eines überraschten Orcas…

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