Verfasst von: LaScotia | September 6, 2020

Hilflos

Es war einer dieser Abende, die man nicht vergisst.

Die einfach nur perfekt sind.

Die beiden großen Prinzessinnen waren ausgezogen und schliefen unten im Dorf bei ihren Freundinnen.

Der Prinz war mit Willy dem Welpen, der schon lange kein richtiger Welpe mehr ist, drüben auf der großen Nachbarinsel und lachte Shauna um Sinn und Verstand.

Unser kleines Küken war zwar dabei, schlief aber nach einem langen und auch für sie anstrengenden Tag tief und fest.

Der Abend im besten Restaurant der Insel (und es ist wirklich ausgezeichnet!) war zu Ende gegangen.

Wir hatten uns von unseren Freunden verabschiedet und fuhren nach Hause.

Der Zustand unserer Straße auf den letzten zwei Meilen ist vorsichtig formuliert erbarmungswürdig, aber selbst von diesem heftigen Geschaukel wurde Naomi nicht wach.

Zu Hause angekommen, hob ich sie vorsichtig aus dem Auto und trug sie ins Haus. Ging mit ihr nach oben, zog sie aus und den Pyjama an, gab ihr einen Kuss und legte sie in ihr Bettchen.

Wahrscheinlich würde ich es bald bereuen, weil sie sicher noch weit vor dem Morgengrauen ausgeschlafen sein würde, aber die Zeit, die Sorge.

Der Strubbelige hatte Feuer gemacht draußen vorm Haus.

Es war das erste Mal gewesen heute, dass er seinen schmucken neuen Tartan in den Farben unseres Clans in der Öffentlichkeit getragen hatte, und es kam sehr gut an in der Inselgemeinschaft.

Ich schenkte uns zum Abschluss dieses wundervollen Tages einen Whisky ein und ging damit nach draußen.

Das Feuer flackerte hell, warm und gemütlich.

Wir tranken und erzählten und lachten.

Der Mond zwinkerte uns hin und wieder durch die Wolken zu.

Der Wind raschelte in den Bäumen, das plätschern des Baches war nach den enormen Regengüssen der letzten Zeit wieder einmal sehr laut und heftig geworden.

Fledermäuse jagten hektisch und lautlos um uns herum, fraßen Mücken, die von unserem Feuer aufgeschreckt waren.

Ein Kuss.

So natürlich wie lange erwartet.

Ein nicht enden wollender Kuss.

Seine Hände.

In meinem Haar.

An meinem Hals.

Auf meiner Brust.

Eine Hand unter meinem Kleid.

Starke Finger, die zarte Seide einfach beiseite schieben.

Die heißes, feuchtes Fleisch einfach teilen.

Die eindringen und willkommen geheißen werden.

Stöhnen.

Flatternde Augen.

Zitternd tastende Hände unter dem wunderbaren neuen Kilt.

STOP!

Kein Finger mehr in mir.

Er sieht mich an.

Seine Augen nur Zentimeter vor meinen.

Meine Zunge versucht seine wieder einzufangen.

Hände da weg, Schönheit!, sagt er laut und bestimmt. Du lässt mich machen. Du tust gar nichts. Aber sieh mich an. Die ganze Zeit!

Und es geht weiter.

Mein Gesicht ist die Leinwand, auf der Pete’s Lieblingsfilm läuft.

Hilflos werde ich zum Spielball seiner Finger tief unter meinem Kleid.

Mehrmals unterbricht er dieses Spiel, weil ich versuche, auch ihn anzufassen oder weil ich die Augen schließe.

Irgendwann habe ich verstanden und lasse ihn machen.

Sehe an seinem lächeln, wie sehr ihm sein eigener Film auf seiner eigenen Leinwand gefällt.

Kein Raum-Zeitgefühl mehr.

Ich weiß weder, wo ich bin noch in welchem Zeitalter.

Weiß nur, dass ich zur Mörderin werde, sollte er jetzt noch einmal aufhören.

Finger, die ganz genau wissen, was sie zu tun haben, um mich in ein hilfloses Bündel zu verwandeln.

In ein willenloses Stück Fleisch, dass sich langsam einer Supernova aus Endorphinen nähert.

Sieh!

Mich!

An!

Ich kann nicht mehr ich …

Komm jetzt, Schönheit!

…explodiere.

Stöhne und zucke.

Schreie.

Ich schreie so laut, wie ich noch nie hier draußen geschrien habe und ich komme und komme und komme.

Später, so unendlich viel später, gibt es irgendwann wieder so etwas wie einen leichten Unterschied zwischen oben und unten, zwischen endlosem Universum und dem festen Boden vor unserem Haus.

Starke Arme halten mich, und das ist gut, wahrscheinlich wäre ich sonst ins Feuer geflogen…

Er bringt mich irgendwann ins Bett, wo ich mich an ihn schmiege und noch sehr lange zitternde Kontraktionen spüre, bevor ich fix und fertig von den Feen ins Reich des Schlafes abgeholt werde.

Verfasst von: LaScotia | August 27, 2020

👍🏼

Nur kurz zwischendurch, weil es ja auch schon mal Nachfragen gab:

Danke. Uns geht’s soweit ganz gut. 😘

Verfasst von: LaScotia | August 4, 2020

Skye

How can’t you see
The wilderness growing free
Time wounded and scarred
Stroking away the years
It’s hard to believe
But memories are old ghosts
Mountains of black and gold
Sunsets falling over the moor
Oh take me there

Once more a grateful memory of Runrig’s fantastic lyrics.

Thank you guys, I will always love you! 🥰❤️🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿

(Wenn Ihr Euch auch nicht satt sehen könnt an unseren tollen Inseln, kommt einfach her. Beachtet die aktuellen Coronaregeln und haltet Abstand.)

Verfasst von: LaScotia | Juli 31, 2020

Kuschelsex, oder doch nicht?

Ich ermahne sie zu Vorsicht und absoluter Ruhe.

Zum Glück ist das kein großes Problem.

Sie wissen, wenn ich so reagiere, gibt es gleich irgendwas spannendes zu entdecken.

Ich knie mich hin, bedeute ihnen, absolut still zu sein und deute mit dem Zeigefinger auf die erotische Liveshow.

Wenn Libellen sich … lieben …, dann geschieht das oft über mehrere Stunden.

Sie sehen dabei aus wie ein großes O, das schräg auf der Seite liegt.

Man darf sie nur nicht stören.

Was machen die da, Mom?, fragt Gillian so leise wie möglich.

Die lieben sich, flüstere ich als Antwort.

Das ist Quatsch!, poltert Professorin Zoë McSomething, das sind einfach nur fliegende Viecher, die pieksen. Die lieben sich nicht. Die haben ja noch nicht mal eine Vagina!

Die erschütterte Mutter muss an dieser Stelle kleinlaut zugeben, dass ihr eigenes, lautes Gelächter jäh das zärtlich anmutende Liebesspiel der farbenfrohen Insekten unterbrach…

Und fragt mich bitte nicht, woher Princess No 1 diese wertvolle Erkenntnis hat?

Verfasst von: LaScotia | Juli 24, 2020

Feuerlieder

Mal wieder.

Draußen am Feuer.

Da hinten ziehen tiefschwarze Wolken auf, sie verheissen nichts gutes.

Es ist uns wie immer egal.

Wolken fliegen schneller vorbei als Viren oder sonstige Globalkatastrophen.

Wen interessieren schon Wolken, nicht wahr?

Naja…

Wir singen so vor uns hin.

Ohne Sinn und Ziel.

Plötzlich schnappt er sich sein Smartphone und tippt darauf herum.

Ich beobachte ihn und übe derweil weiter auf meiner kleinen Fiddle.

Was spielst du da?, fragt Gillian.

Nichts, sage ich, ich übe nur. Etwas, dass ich vor langer Zeit bei einer Band aus Irland hörte.

Und Pete grummelt plötzlich:

Lass mal nach. Kriegen wir dies hin?

Er zeigt mir sein Smartphone.

Ich lese den Text.

Klar kenne ich den Song.

Jeder kennt den.

Kann aber nicht Klavier spielen. Was soll das also?

Egal! Heute vor 50 Jahren erschien der Song. Selten gab es was besseres, oder?! Also los!

Und wieder dauert es eine Weile.

Alle lachen.

Die zwei Kinder, die noch nicht schlafen, sind Feuer und Flamme. Wollen dabei sein und bleiben.

Und so fangen wir an.

Und üben.

Hey, so viele Songs von ihnen können wir mittlerweile wirklich gut spielen, aber diesen?

Entweder ist er zu renitent oder wir.

Sind wir vielleicht zu abgelenkt?

Viel neues Holz wird aufs Feuer geworfen.

Die Wolken haben sich verzogen.

Ach was, Zoë, du bist nass geworden?

Ja, wärst du mal besser hier unters Dach gekommen.

Was?

Nein. Quak nicht, zieh dir was trockenes an!

Peter fängt an, seine Gitarre zu streicheln.

Und nochmal.

Ich erkenne langsam, was er von mir will.

Nochmal.

Ja ja. Schon gut. Ich hab’s ja…

When you’re weary, feeling small
When tears are in your eyes, I will dry them all, all
I’m on your side, oh, when times get rough
And friends just can’t be found
Like a bridge over troubled water
I will lay me down

Vor FÜNFZIG Jahren veröffentlichten Paul Simon und Art Garfunkel dieses akustische Denkmal.

Die beiden haben so unfassbar Großes geschaffen, und ich habe sie niemals live gesehen.

Weine ich deswegen so, als es uns im fünfzigsten Versuch endlich gelingt, einigermaßen fehlerfrei durchzukommen?

Sail on silver girl
Sail on by
Your time has come to shine
All your dreams are on their way
See how they shine
Oh, if you need a friend
I’m sailing right behind
Like a bridge over troubled water
I will ease your mind

Verfasst von: LaScotia | Juli 18, 2020

1994

The grass was greener
The light was brighter
The taste was sweeter
The nights of wonder
With friends surrounded
The dawn mist glowing
The water flowing
The endless river
Forever and ever

Wir lachen, als wir draußen am Feuer sitzen und versuchen, diesen alten Song einzuspielen.

Lachen ist immer wichtig, denn was wir hier tun ist reiner Spaß.

Die Songtexte von David Gilmour sind tatsächlich nie reiner Spaß gewesen, aber das ist uns jetzt gerade egal.

Und so üben wir weiter.

Am Feuer.

The grass was greener
The light was brighter
The taste was sweeter
The nights of wonder
With friends surrounded
The dawn mist glowing
The water flowing
The endless river
Forever and ever

Guitar and Vocals: Dr. Peter W. d**

Fiddle and Vocals: Camilla Florence McSomething

Keine Sorge, unsere Feuerlieder werden niemals veröffentlicht!

Verfasst von: LaScotia | Juli 17, 2020

Von Motten und Menschen

Es ist fast dunkel.

Ich gehe noch mal raus.

Willy der Welpe muss sein Bein heben.

Und während der gar nicht mehr ganz so kleine Hund neugierig seine dunkle Welt erschnuppert, lausche ich unseren normalen Nachtgeräuschen.

Der Bach plätschert.

Ein Kauz ruft.

Gegen das sehr langsam dunkel werdende letzte Tageslicht sehe ich ein paar Fledermäuse hektisch umher flattern.

Willy kommt schnwanzwedelnd zu mir zurück gelaufen.

Ja, braver Hund.

Und jetzt rein mit uns.

Auf dem Weg zur Tür begegne ich in einer Beinahekollision einer ziemlich großen Motte.

Jaja, denke ich, das ist jetzt gerade der Unterschied zwischen uns:

Du möchtest nicht gefressen werden und jemanden zum ficken finden.

Ich möchte jetzt noch was zu essen finden und dann …

Verfasst von: LaScotia | Juli 17, 2020

Delegationsleiterin

Die mit dem kompliziert klingenden Wort in der Überschrift dieses Artikels Beschriebene leitet die Delegation.

Will heissen, sie bestimmt, wer wann was wo und mit wem tut.

Je mehr sie ihre Bande unter Feuer hat, desto weniger Aufgaben bleiben an ihr selbst hängen und sie hat Zeit, sich um andere, wichtigere Dinge zu kümmern.

Ihren treuen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen.

Oder sich einfach aufs Quad zu setzen und zu ihren Highlandkühen zu fahren.

Einen seltenen Vogel beim Brüten zu beobachten oder unten im Sund eine Schule Delfine vorbeispringen zu sehen.

Ja!

Delegationsleiterin, das wäre echt mein Job.

Damit könnte ich gut leben und alt werden.

Naja…

Träumen wird Frau ja gelegentlich mal dürfen…

Verfasst von: LaScotia | Juli 14, 2020

Der Umschlag

Er liegt seit fast vier Jahren in einer Schublade, die die Kinder nicht kennen und an die sie nicht heran kommen.

Das Geld haben wir schon vor langer Zeit herausgenommen und auf das Sparkonto für die Kinder eingezahlt.

Aber den Brief des alten Freundes, den haben wir immer mal wieder rausgeholt und gelesen.

Es ist soweit, wir werden Donalds Erbe jetzt antreten.

Im August, das hat unsere Regierung im fernen Edinburgh in all ihrer weltmännischen Weitsicht weise entschieden, dürfen die Kinder wieder zur Schule.

Für Zoë wird es dann also ernst, und sie freut sich schon sehr darauf.

Nun braucht eine bald sechsjährige auf dieser Insel ganz sicher noch kein Smartphone, aber Donalds Wunsch, sie mit einem Computer auszustatten, damit sie genau wie lesen, schreiben und rechnen den Umgang damit lernen kann, soll nun erfüllt werden.

Bei dem Thema prallen im Hause McSomething wieder einmal zwei sehr massive Kontinentalplatten aufeinander und falten Gebirgsketten auf, denn ebenso wie ich Verehrer und begeisterter Nutzer von Produkten aus dem Hause Apple bin, legt Peter gesteigerten Wert darauf, seine Erstgeborene in der kruden Welt permanenter Windows Updates in Geduld auszubilden.

Don’t turn off your PC. This will take a while.

Wir haben einen Kompromiss gefunden. Ich schlug vor, doch einfach mal in der Schule nachzufragen, was sie da für das beste halten.

Nun ja, so eine feste Richtlinie gäbe es da nicht, man hätte ein paar recht gut funktionierende Windows Laptops, aber am besten würde man tatsächlich ein iPad finden.

Immerhin an der Stelle sind Peter und ich uns einig, denn ein Smartphone oder Tablet mit Android würde uns beiden nie über die Türschwelle kommen.

Nun wird also demnächst ein schickes neues iPad geliefert mit Zoë’s Namen auf der Rückseite.

Es wird dann darum gehen, die Nutzung dieses Gerätes kinngerecht zu limitieren, denn sie soll niemals glauben dürfen, dass unsere Tiere alle satt werden, in dem man mit flinken Fingern eine App bedient…

Und dann werden wir irgendwann mit ihr am Feuer sitzen, Donald’s Wunsch entsprechen und Zoë erzählen, wem sie dieses Teil zu verdanken hat.

Verfasst von: LaScotia | Juli 14, 2020

Etwas in eigener Sache

Ihr Lieben, wir müssen kurz reden.

Ein Blog ist eine tolle Sache, denn man kommt sehr leicht in nahezu direkten Kontakt mit seinen Lesern. Und Leserinnen.

Ich muss euch um Vergebung bitten für meine scheinbare Ignoranz und Abwesenheit.

Es ist nicht meine Art, auf eure Kommentare nicht zu antworten.

Das ist in der letzten Zeit leider etwas eingeschlafen.

Tatsächlich bin ich froh, dass ich hin und wieder noch die Zeit finde, einen neuen Artikel zu schreiben und online zu stellen.

Und selbst das passiert meistens immer mit vielen Pausen und Unterbrechungen, denn irgendeiner aus meiner Bande will ständig was von mir…

Also seid bitte nicht sauer, ich lese alle eure Kommentare und ich freue mich nach wie vor sehr und von Herzen darüber.

Irgendwann wird es hier auch wieder die bekannten Dialoge geben.

Versprochen.

Passt auf euch auf da draußen.

Alles Liebe,

Eure Camilla Florence

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