Verfasst von: LaScotia | August 10, 2017

Zusammenrücken

Ich hätte die Überschrift auch wieder Bau(ch)update nennen können, aber das wäre vielleicht nur die halbe Wahrheit geworden. 

Unser Anbau ist jetzt soweit dicht. 

Das Dach und die neue Solaranlage ist drauf, die Fenster sind eingesetzt, Türen sind drin. 

Innen sieht es lustig aus, überall hängen lose Kabelenden aus dem Wänden und Decken, Rohre ragen in die Luft, Paletten voller Holz und Fliesen stehen herum. 

Wo einmal die ursprüngliche Außenwand war, klafft jetzt der große Durchbruch zwischen Alt- und Neubau, dahinter eine provisorische Staubschutzwand aus Holz und Plastikplane. 

Warum nun also diese andere Überschrift?

Weil wir nicht allein sind. 

Ben und Oksana sind mit Boris hier. 

Ben hilft Pete beim Innenausbau, Oksana macht ein paar Tage Urlaub bei uns, und weil wir ja im Moment alle zusammen im Gästehaus wohnen, rücken wir eben ein Stück weit sehr eng zusammen. 

Kochen, essen, leben, lieben, schlafen zusammen. 

In der Nacht wache ich auf. Eindeutige Geräusche, eindeutige Bewegungen. Stöhnen. Schmatzen. Irgendwann der unwiderstehliche Duft frischer Sahne zum Leben

Finger, Hände, Lippen, die über meinen Körper wandern. 

Zähne, die an meinen Brustwarzen knabbern. 

Feste Hand auf meinen Brüsten. 

Ein Schwanz zwischen meinen Beinen, wird von einer Hand vorsichtig zwischen meinen Schamlippen hindurch manövriert, dringt schließlich von hinten in mich ein. 

Ich stöhne meine Lust direkt in ihren Kussmund. 

Komme selber nicht, genieße aber den herrlich warmen Strom tief in mir, genieße das leise kitzeln, als heißes Sperma wieder aus mir heraustropft. 

Schlafe wieder ein. 

Werde wach. 

Lärm. 

Drei kleine Kinder in einem Zimmer. 

Wacht eins auf, sind alle wach. 

Oksana und ich stehen auf, gehen zu den Kindern. 

Wechseln Windeln, füttern die hungrigen Mäuler nehmen sie alle drei mit rüber. 

Rücken noch enger zusammen. 

Daddys, die müde aber stolz und glücklich ihre Nachkommen begrüßen. 

Sofort das volle Leben hier, ohne Übergang. 

Ich mache mir einen Kaffee und gehe raus. 

Seit die Handwerker und Bauarbeiter wieder weg sind, genieße ich es, morgens wieder nackt meine erste Runde ums Haus zu machen. 

Die Sonne scheint durch eine Lücke in den Wolken. 

Drüben auf Applecross scheint es gerade richtig heftig zu regnen. 

In unserem kleinen Gewächshaus werden die Tomaten langsam reif. So kleine Cherrytomaten. Ich pflücke eine und genieße die frische Frucht. 

Eine übrig gebliebene Salatpflanze welkt vor sich hin. Ich rupfe sie aus der Erde und bringe sie den Hühnern, die sich sofort darüber hermachen. 

Die Gänse schnattern fröhlich auf mich zu, ich werfe ihnen eine Handvoll Futterkörner aus dem Blechfass neben dem Eingang zum Stall zu und drehe meine Runde weiter zu den Schweinen. 

Denen ist es definitiv noch zu früh am Morgen, träge liegen sie in ihrer Suhle und blinzeln mich müde an. 

Drei, maximal vier Minuten durfte ich diese Ruhe genießen. Es reicht, um Energie für den ganzen Tag zu tanken. 

Dann höre ich Oksanas Stimme von der Tür des Gästehauses.

Aah, sieh mal, da ist deine Mom. 

An der Tür zum Schweinestall ist ein Haken eingeschraubt. An den hänge ich meinen leeren Kaffeebecher (wie oft ich ihn da schon vergessen und dann stundenlang gesucht habe…) und drehe mich um zu meinen Lieblingsmenschen. 

Oksana setzt Gillian auf die Erde und die tapst und stolpert strahlend auf mich zu. 

Ben kommt aus der Tür, mit Zoë an der Hand. 

Kurz darauf Peter, der den kleinen Boris im Arm hält. 

Meine Sonne geht gerade auf. 

Würde in diesem Augenblick ein Meteor auf die Erde fallen und alles Leben auslöschen, ich würde als unbeschreiblich glücklicher Mensch verglühen…


Antworten

  1. Das ist schon besonders schön was Du beschreibst. Genießt es

  2. Gerade war ein kurzer Bericht im Fernsehen über den Tourismusansturm auf Skye gesehen.
    Ich finde es echt schade, vor allem, dass die Kreuzfahrtschiffe die Horden von Menschen überall abladen. Tourismus ist ja ok, aber nicht in den Mengen
    Ihr könnt froh sein, dass Eure Insel noch nicht so überlaufen ist.

    • Es ist ein Schwert mit zwei Schneiden. Oder eine Medaille mit zwei Seiten, je nachdem, wie man es sieht.
      Ja, der Tourismus hier nimmt zu. Das ist richtig.
      Einigen geht es jetzt schon zu weit.
      Andere finden es immer noch ausbaufähig.
      Fakt ist, dass durch diesen Tourismus eine Menge Geld auf Skye landet, das jahrzehntelang einfach meilenweit daran vorbei fuhr.
      Hier kommen nicht diese Riesenschiffe her, mit 2000 bis 3000 Passagieren, die sind zu groß für uns. Hauptsächlich sind es relativ kleine Schiffe mit max. 1000 Gästen an Bord.
      Es ist ein Für und Wider.
      Noch bin ich eher positiv gestimmt. Weil wir noch weit von den Verhältnissen entfernt sind, wie ich sie auf einigen Mini-Inseln in der Karibik erlebt habe.
      Oder warst du mal in Norwegen?
      Geiranger, ein beschauliches ehemaliges Fischerdorf mit vielleicht 300 Einwohnern am Ende eines schmalen Fjords, 100 Kilometer von Meer entfernt.
      Hier landen bis zu 3 Riesenschiffe gleichzeitig und pusten dann 10.000 Leute an Land. Das ist wirklich Tourismus der allerschlimmsten Art…

    • Ich sehe das wie Camilla, Skyes Hafen ist nicht für große Schiffe geeignet.
      In manchen Gegenden die Landflucht zu verhindern und jungen Menschen eine wirtschaftliche Perspektive zu geben ist wichtig. Sonst sind manche Gegenden bald überaltert, wenn auch romantisch.
      Tourismus kann so eine Perspektive sein. Und Kreuzfahrten sind wirtschaftlich durchaus hochinteressant für die Regionen, die Gäste geben erhebliche Beträge in kurzer Zeit aus.

      Backpacker sind nicht unbedingt die besseren Urlauber….

  3. Liebste Cami,
    Das klingt so schön entspannt! Freut mich, dass der Außenbau fertig ist und ihr so lieben Besuch habt. Wie lange bleiben die drei?

    Das mit dem Kaffeebecher ist witzig. Irgendwie gibt es immer irgendwo kleine Orte, wo man Sachen ablegt und vergisst. 😂

    Habt einen schönen Tag!
    Kiira 😘

  4. Wenn ich deine Erzählungen so lese werde ich manchmal etwas hellgrün vor Neid.
    Und finde es so schön, dass du so zufrieden und glücklich mit deinem Leben bist.


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