Verfasst von: LaScotia | August 26, 2017

Bibliothek des Lebens 

Die Bücher sind geschrieben, und sie stehen im Regal. 

Es ist gut, dass niemand weiß, wann sein persönliches Buch einmal rausgezogen wird…


Antworten

  1. Das ist aber eine sehr nachdenkliche, um nicht zu sagen dunkle Betrachtung. Ich hoffe, es liegt kein aktueller Grund bei euch zu solchen Gedanken vor!

    • Gewisse Dinge nachdenklich zu betrachten muss keineswegs einen dunklen Hintergrund haben.
      Wir kamen vor ein paar Tagen im Gespräch mit lieben Freunden auf dieses Thema.

      Es ging darum, dass eine Bekannte unserer Freundin einen sehr schlimmen Autounfall hatte. Wenn man die Bilder von dem völlig zerstörten Fahrzeug sieht, stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie sie es geschafft hat, praktisch unverletzt (ein blutiger Schnitt am Finger und ein Schock) aus diesem Wrack zu entkommen.

      „Sie war noch nicht dran.“, sagte ich.

      Die Freundin: „Wer entscheidet, wann wer ‚dran‘ ist?“

      Und dann kam unser Freund mit diesem Büchervergleich.

      Ihr Buch sei – wie das von jedem von uns – bereits fertig geschrieben und es stehe im Regal.
      Wir wissen nicht, wann unser Buch aus dem Regal genommen wird.

      Ihr Buch, so meinte er weiter, würde dann doch wieder zurückgeschoben.

      Wir wollen jetzt bitte nicht über Glaubensfragen diskutieren, aber ich finde diese „Erklärung“ so stimmig und so wunderbar darstell- und vermittelbar.

      Ich wünsche mir sehr, dass ich darin etwas Trost finden kann, sollte irgendwann einmal das Buch von jemandem, den ich liebe, aus dem Regal gezogen werden…

      • Ich glaube es ist wichtig, dass wir Geschichten und Bilder finden um das Unfassbare zu begreifen.

  2. Ja, ich stimme dir zu Camilla. Wir brauchen solche Bilder und Analogien um uns zu trösten. Mir ist es am wichtigsten, daran zu glauben und für mich persönlich sicher zu sein, die geliebten Menschen, deren Bücher vor meinem aus dem Regal genommen wurden „drüben“ wieder zu sehen.
    Und vielleicht ist das, was und hier auf „unserer Seite“ als vollkommenes, abgeschlossenes Buch vorkommt, ja auch in Wirklichkeit nur das Vorwort….

    • Ja mein lieber Ramses, das ist wohl wahr. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns eines Tages mal „auf der anderen Seite“? 😋

  3. Ich bilde mir ein, das Leben so zu nehmen wie es kommt. Ich bin dankbar, nicht zu wissen, wann es zu Ende ist.
    Und ich würde im ganzen Leben nicht das Bedürfnis verspüren, z.B. zu einer Wahrsagerin zu gehen, um zu erfahren, was die Zukunft bringt.

    (zum einen glaube ich absolut nicht an sowas, genausowenig wie an Astrologie oder Sternzeichen, und selbst wenn was dran wäre – ich wollte es nicht wissen).

    Das Einzige, was ich bedauere – das Leben ist nicht „gerecht“ – manche Menschen bekommen sehr viel Leid aufgebürdet, obwohl sie es wirklich nicht „verdienen“. Und bei anderen stimmt der Satz „der Teufel scheißt immer auf den gleichen Haufen“… aber so ist es nunmal.

    • Die Dankbarkeit darüber, „nicht zu wissen, wann es zu Ende ist“ eint uns.

      Ansonsten versuche ich mir einzureden, dass mir der Blick „auf das große Ganze“ bisher verborgen blieb.
      Möglich, dass die Inder mit Ihrer Karma-Theorie recht haben und man immer auch die Leistungen bzw. Verfehlungen des früheren Lebens mitrechnen muss?
      Das wäre in der Tat tröstlich, zeigt es doch, dass es scheinbar – vielleicht – doch mehrere Leben gibt, die miteinander in Verbindung stehen?

      Das würde meine Hoffnung nähren, ein paar liebe Leute da drüben „auf der anderen Seite“ eben doch eines Tages wieder treffen zu dürfen.

      Scheisse, was für eine Party, ich bin jetzt schon besoffen… 😂😂😂

      • Es würde mich trösten zu glauben, daß es für manche „irgendwann“ eine Belohnung gibt oder eine Erleichterung als Ausgleich. Ich kenne einige, die es verdient hätten.

        Ich selbst bin ja „katholisch sozialisiert“ und wenn auch nicht kirchengläubig, so ist in mir ganz sicher eine gute Portion aus dieser Sozialisierung erhalten, somit ist mein Jenseits-Bild auch daher geprägt (und warum sollte ich das ändern, wenn ich damit gut klarkomme).

        Ich versuche, nach dem Leitsatz zu leben „was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andren zu“. Da ist alles mit drin, inhaltlich von den 10 Geboten angefangen, bis zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Ich denke, damit kann ich ganz passabel leben und ruhig schlafen.

        • Hmmm… „katholisch sozialisiert“ heißt wohl so viel wie: du glaubst an die ewige Verdammniss, wenn du es wagst, auch nur ein einziges Mal „du unten“ an dir rumzuspielen…
          Himmel, ich habe nie kapiert, wie Leute auf diese organisierte Massengötzentum reinfallen konnten, du etwa…? 😂😳

          • Mh – noe – eigentlich nicht. Das heißt, daß ich mal katholisch war, auf einem Mädchen-Klostergymnasium war (nein, das war KEINE schreckliche Erfahrung, ganz im Gegenteil! Und in Bayern war es seinerzeit auch eher die Regel als die Ausnahme, daß weiterführende Schulen konfessionell waren). Und – nein – wir wurden weder mißbraucht, noch mißhandelt. Ich habe bis auf meine (verdienten) miserablen Noten in Latein absolut keine negativen Erinnerungen an meine Schulzeit….

            Und uns wurde auch nicht Hölle und Verdammnis prophezeit. Wir hatten oft jahrelang nichtmal eine einzige Klosterschwester als Lehrerin (auch damals hatten die schon Nachwuchsmangel). Und wenn, waren das selbst in Religion faire und gute Lehrerinnen, mit denen absolut Diskussion über jedes Thema möglich war, ohne daß eine abweichende Meinung sich in schlechten Noten ausgedrückt hat.

            Ich meine damit: ich bin grundsätzlich mit einer Form von christlichem Glauben aufgewachsen. Und katholisch ist nunmal etwas anders als evangelisch. (und nicht alles daran ist schlecht….) Was ich persönlich daraus für mitnehme für meine Lebensführung, ist eher das Positive und die Perspektive. Ich glaube nicht so sehr an die alttestamentarische Version von Gott 😉

          • Ich glaube, Protestanten (generell bin ich ja in einem protestantisch geprägten, wenn auch sehr „ungläubigen“ familiären Umfeld aufgewachsen.) haben eine etwas größere Distanz zum Glauben als Katholiken, kann das sein?
            Ich meine, ständig müssen die Katholiken auf Knien rumrutschen, weil wieder irgendein Heiliger seinen eigenen Tag hat und sein Recht auf Zuwendung in Form von Messe und Gebet einfordert.
            Man darf dann und dann dies oder das nicht essen, man darf sowieso dies und das nicht, und jede Woche müssen selbst Kinder dem Pfaffen Dinge beichten, von denen sie noch nicht mal wissen, was es ist…
            Nee, mit so einem Geschäftsmodell wird es keine Religion schaffen, mich dauerhaft an ihren jeweiligen Götzen zu binden… 😱

          • Sagen wir mal so – ich komme eher aus dem säkularen katholischen Umfeld und selbst „meine Klosterschwestern“ waren ein höchst liberaler Orden, der nichtmal Ordenstracht trug (bzw. es den Schwestern freistellte). Mein evangelischer Ex-Freund, dessen Mutter bei der ev. Kirche als Religionslehrerin arbeitete, sagte mir, daß unter den „Evangelischen“ durchaus natürlich Superhardliner sind, für die es den Begriff „Pietcong“ gibt… und viele evangelikale Gruppierungen, die aus der evangelischen Kirche hervorgegangen sind, sind so rückgewandt, dagegen sind die Katholen wahre Freigeister….
            Ich persönlich denke, die meisten Menschen brauchen die Zuversicht in etwas, was ihnen Glauben geben kann. Ich halte viel von einem positiven Glauben, der Menschen Perspektive, Toleranz, Regularien für das gute tägliche Miteinander gibt. Ich halte wenig bis gar nichts von einem Ausschließlichkeitsanspruch, Rechthaberei, Strafen und Überheblichkeit.


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