Verfasst von: LaScotia | August 19, 2015

Wer ist eigentlich Charly?

Ich liege auf der Seite, mein Kopf auf Peters Brust und streichle ihn

Er wuschelt zärtlich durch meine Haare und mit der anderen Hand meinen Bauch. 

Es ist noch nicht viel zu sehen. Ein klein wenig, wenn man genau hinsieht, aber von der Unförmigkeit der Monate 8 und 9 noch weit entfernt. 

„Sie sind fast gleich groß jetzt“ sage ich leise, als ich ihn anfasse. 

„Ja, meinst du?“

„Hmm, ich hab’s in so einem Forum für werdende Mütter gelesen. Charly…“ – wir haben uns jetzt auf Charly geeinigt, einen little fellow hatten wir ja schon – „Charly ist jetzt knapp 12 cm groß und wiegt so etwa 80 bis 90 Gramm.“ Ich bewege ihn sehr leicht, wiege ihn sanft in meiner Hand. „Fast so wie dein kleiner Charly hier…“

Seine Hand wandert von meinem Bauch – Charly’s Reich – hoch zu meiner Brust. 

Er drückt sie leicht, schiebt die Hand unter sie und macht die gleichen Wiegebewegungen wie ich eben mit dem Tochtermacher

Ich genieße diese vertraute, ungezwungene Zärtlichkeit mit jeder Faser meines Körpers. 

„Wann wird Charly so groß sein wie sie hier?“ fragt er, während ich in meiner Hand schon spürbare Wachstumserfolge vermelden kann. 

„Das möchtest du jetzt gar nicht wissen.“ sage ich, und arbeite weiter daran, ihn auf seine maximale ‚Arbeitsgröße‘ zu bringen. 

„Warum nicht, Schönheit?“

„Wenn ich dir das beantworten soll, müsste ich jetzt aufstehen, mein MacBook aufklappen und die werdenden Mütter im Forum fragen.  Darum nicht.“

„Ich denke, die Antwort ist auch nicht so eilig.“ Sagt er und zieht mich auf sich. 

Tut mit seinem Tochtermacher, was Töchtermacher nachts in den Charlyhöhlen dieser Welt so tun, wenn sich weiter oben zwei Zungen unlösbar miteinander verknoten…


Antworten

  1. (Fast) jedes Mal wenn mich ein neuer Beitrag zu Deinem Blog entführt lese ich von einer selbstverständlichen Erotik mit der Ihr Eure Liebe feiert.
    Ich bin immer wieder begeistert wie Du Deine erregende Lust beschreibst.

    Auch heute wieder. Du erzählst einfach von Euren vertrauten Momenten.
    Ich weiß nicht ob Du verstehst was ich meine. Von persönlicher Sexualität zu berichten gilt immer noch als Tabu. Du nimmst Dir einfach die Freiheit und erzählst, Du schaffst es damit die Lächerlichkeit dieser Tabuisierung so gnadenlos offen zu legen.
    Und dabei bin ich mir sehr sicher, Dir geht es gar nicht mal darum. Du bist einfach so glücklich, Du willst einfach nur der Welt von Deinem Glück erzählen…

    • Lieber 64er, vielen lieben Dank für deine Worte.
      Mag sein, dass es diese sogenannten Tabus sind, die mich immer provoziert haben, sie zu durchbrechen.
      Im Zusammenhang mit menschlichem Leben sollte es eigentlich keine Tabus geben, finde ich.
      Leben entsteht nun mal nicht dadurch, dass schwarz-weiße Zugvögel kleine Babys nachts durch den Kanin schmeißen, sondern rein technisch betrachtet durch die Vereinigung von Samen- und Eizelle.
      Rund um diesen technischen Vorgang gibt es so vieles, über das nachzudenken, zu reden und evtl auch zu schreiben sich lohnt.
      Man hat mich mal Exhibitionistin genannt. Ja mag sein. Dann bin ich vielleicht so eine Art Wortexhibitionistin. Ich halte persönlich nichts davon, die beschriebenen Szenen und Vorgänge bildlich zu veröffentlichen. Dafür gibt es andere Portale im www, wer mit Worten nichts anfangen kann, der möge sich lieber dort umsehen, das macht mir nichts.
      Und ganz speziell zu uns: es ist eine so wunderbare Fügung, dass der Mann, den ich liebe, mit natürlichen Themen wie Nacktsein oder Sexualität genau so unverkrampft umgeht wie ich. Es gibt Tage, da laufen wir hier fast nur nackt im Haus rum. Das hat in dem Moment überhaupt nichts mit Erotik zu tun. Wir haben einfach vergessen und was anzuziehen und irgendwann ist es dann … Vorsicht: Unwort! … „normal“ für uns.
      Allmählich fängt Zoë an, Dinge mitzubekommen. Inwieweit sie das alles schon einordnen kann, sei mal dahingestellt.
      Aber seitdem passen wir schon auf, dass sie in ihrem Zimmer ist, wenn wir miteinander schlafen.
      Sie wird natürlich eines Tages fragen, was Mom und Dad regelmäßig für merkwürdige Geräusche machen und dann werden wir ihr das so unverkrampft und wahrheitsgemäß wie möglich beantworten.
      Und wenn all das für dich Zeichen von Glück sind, dann liegst du goldrichtig: ich bin eine sehr glückliche Frau.

      • Darf ich wieder mal seufzen? 😉

        Super Statement! Und ich bin mir sicher, dass ich Zoë mit dem richtigen Maß zur richtigen Zeit die richtigen Dinge beibringen werdet. Eben weil sie für euch Normalität sind. Eigentlich geht es bei dem Genpool ja gar nicht anders, aber ich wünsche euch, dass die Kleine dann auch mit dieser Normalität umzugehen lernt.

        BTW gefragt, wie steht es dann eigentlich mit Institutionen wie Schule, die diese Normalität als unnormal brandmarken könnten? Ihr lebt jetzt ja nicht unbedingt im sexuell liberalsten Abschnitt der Welt (sagt mir jedenfalls mein Vorurteil, das sich gerne vom Gegenteil überzeugen lässt).

        Ich jedenfalls finde eure Normalität einfach toll! Und das Wort „Wortexhibitionistin“ ist große Klasse!

        • Also… Was wir hier als „Normalität“ leben, bekommt praktisch niemand mit. Unser nächster direkter Nachbar ist knapp 3 Meilen entfernt. In Kilometer umgerechnet auf eine deutsche Großstadt wie meine ehemalige Heimat Berlin würde ich tippen knapp 600.000 Leute, bei uns tatsächlich nur zwei!
          Die Schule hier unterrichtet, wenn Zoë und „Charly“ dort fürs Leben lernen, hoffentlich mehr als die beiden, im Moment tendiert die Zahl – wir wachsen wieder auf der Insel – gegen eine Größenordnung sieben bis acht Schüler.
          Diese sitzen übrigens alle zusammen in einem Klassenzimmer. Ab der 5. Klasse müssen sie dann mit der Fähre rüber nach Skye. Wenn die dann noch fährt. Deswegen ist hier oben im Moment sehr viel Unruhe…
          Und ja, die Leute hier sind in der Tat sehr, sehr, also … SEHR konservativ. Uns stört das nicht, solange die uns damit in Ruhe lassen.
          Im Gegenzug gehen wir ja mit unserer Art zu leben hier nicht wirklich hausieren.
          Will sagen: wenn ich ins Dorf runterfahre zum einkaufen, habe ich schon eine Jeans und ein T-Shirt an. Dass das meist das einzige ist, wissen ja die wenigsten… 😛

          • Das sind ja Schulverhältnisse, wie man sie in Deutschland höchstens noch auf den Halligen findet! oO

            Und dann hoffe ich mal, dass euer Lebensstil möglichst niemals mit dem der Eingeborenen kollidiert. Wäre ja schade, wenn euer Paradies irgendwann mal einen Schatten abbekäme.

          • Tatsächlich gibt die Krone eine Menge Geld aus für Minischulen auf den Inseln, weil sie sonst aussterben würden. Also nicht die Inseln natürlich, aber es würde dort niemand mehr leben wollen.
            Hier sind wir zur Zeit knapp 170 Leute und 8 Kinder in der Grundschule.
            Die größeren müssen dann mit der Fähre nach Skye und da mit dem Bus weiter. Lange Wege. Aber deswegen ist hier noch keiner fortgezogen.

          • Schwer vorzustellen in einer (gelebten) Realität, in der Menschen schon deswegen umziehen, weil sie ansonsten eine Viertelstunde länger mit dem Bus zur Arbeit fahren müssten.

            Aus meiner persönlichen Situation heraus gesprochen ist es noch schwerer vorzustellen, weil das eigene Kind dann ja schon im jungen Alter eine enorme Selbstständigkeit besitzen muss.

            Aber ich kann mir schon denken, dass das funktionieren kann, wenn nur alle Abläufe darauf ausgerichtet sind. Vielleicht lesen wir uns ja noch lange genug, dass du von Zoes ersten Schritten in die Welt berichten kannst.

          • Ich sag mal so: in London wäre Zoë sicher auch mind. 45 bis 60 Minuten bis zur Schule unterwegs. Da sind mir dann die 60-90 Minuten hier (ab Fähre) sehr viel lieber, weil entspannter.
            Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, meine Leser weiter über unser kleines Inselleben auf dem laufenden zu halten. 😃

      • Ähm, dass IHR Zoë die richtigen Dinge beibringen, usw. usf …

        • Ich hab dich verstanden, Mic 😘😘

  2. Hach immer wieder schön deine Zeilen zu lesen 🙂


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